Die Zinswelt steht kopf


06.04.17 12:00
Baader Bank

Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Dass die Welt am Zinsmarkt nicht mehr die alte ist, davon weiß die Finanzbranche längst ein Lied zu singen, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.

Es sei nicht nur so, dass die Banken manchen Kunden schon Minuszinsen berechnen oder beim Geldabheben neue Gebühren erheben würden. Nein, nun sei mit der Landwirtschaftlichen Rentenbank in Frankfurt erstmals ein Institut dazu übergegangen, ihren Kunden einen Zuschuss zu zahlen, wenn sie bei der Bank einen Kredit aufnehmen würden. Zur Einführung betrage dieser so genannte Förderzuschuss 1% der Darlehenssumme. Er werde für Darlehen zu Top-Konditionen bei bestimmten Laufzeiten und Zinsbindungen gewährt. Der Betrag werde gemeinsam mit dem Darlehen ausgezahlt. Die Höhe und Ausgestaltung des Förderzuschusses wolle die Rentenbank in Zukunft an die Zinsentwicklung auf den Kapitalmärkten anpassen. Damit stehe die Zinswelt vollends kopf.

Auf der Passivseite sei in dieser Situation ein Ende der "Umsonstkultur" zu erwarten, wie es Bundesbank-Vorstand, Andreas Dombret, ausdrücke, weshalb er mit steigenden Bankgebühren in Deutschland rechne. So würden etwa immer mehr Volks- und Raiffeisenbanken sowie Sparkassen dazu übergehen, das Geldabheben am Automaten zu berechnen und die Gebühren für Girokonten zu erhöhen. Es sei also nur eine Frage der Zeit, bis auch Überweisungen und Daueraufträge bei allen Kreditinstituten bepreist würden.

Allerdings müssten die Dienstleistungen und Produkte auch attraktiv sein, sonst würden Banken und Sparkassen dafür diese Preise nicht am Markt durchsetzen können, so Dombret gegenüber der "Welt". Den Grund für die neue Gebührenpolitik der Banken habe er natürlich bei den niedrigen Zinsen ausgemacht. So sei es heute für Banken und Sparkassen nicht mehr möglich, allein durch die Unterschiede zwischen kurz- und langfristigen Zinsen Geld zu verdienen. "Der Bankensektor kann da nur Kosten senken oder Provisionen und Gebühren erhöhen", habe Dombret klargemacht. Ob die Gebühren dann im Falle wieder steigender Zinsen auch wieder verschwinden würden, sei eine Frage des Wettbewerbs, wie er gesagt habe.

Vor diesem Hintergrund würden die wissenschaftlichen Berater von Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries Klartext reden und vor gravierenden Risiken warnen, welche die Nullzins-Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) mit sich bringe. Die Notenbank konzentriere sich fast ausschließlich darauf, durch die Senkung der Zinssätze die Kreditvergabe anzukurbeln und damit die Konjunktur zu beleben, heiße es in einem Gutachten des Wirtschaftsministeriums. Die Belastungen des Finanzsektors aber würden hinten angestellt, schließlich seien Zinssätze von null oder gar negative Zinssätze für das Finanzsystem aus verschiedenen Gründen sehr problematisch. Nach Angaben des Präsidenten des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB), Peters, hätten die europäischen Banken im vergangenen Jahr ca. 4 Mrd. Euro in Form von Negativzinsen an die EZB gezahlt. Auf diese Weise werde die nötige Sanierung des Sektors gehemmt und bestimmte Probleme könnten sich sogar verschärfen. Unter anderem würden viele Finanzinstitutionen wie Versicherungen keine ausreichenden Gewinne mehr erzielen, um ihre Kosten decken zu können. Hinzu kämen laut der Experten die Risiken für etliche Unternehmen, wenn es schließlich zu einer Zinswende komme.

Einen Exit aus der expansiven Geldpolitik habe diese Woche auch EZB-Ratsmitglied Klaas Knot angemahnt. "So schnell wie möglich" gelte es, das Anleihekaufprogramm herunterzufahren, womit er meine, mit dem Tapering im Januar 2018 zu beginnen. Von da an könnten die Anleihekäufe schrittweise um monatlich 10 Mrd. Euro reduziert werden und dann Mitte kommenden Jahres auslaufen. Konkreter habe es tatsächlich noch keiner aus der EZB gesagt. Deute man die weiteren Zeichen aus dem Hause der Notenbank richtig, so dürfte erst dann, wenn das Anleihekaufprogramm auf null heruntergefahren sei, mit Leitzinsanhebungen zu rechnen sein. Entsprechendes hätten mehrere Ratsmitglieder lanciert. Früheren Spekulationen über eine Zinsanhebung vor Auslaufen des Ankaufprogramms, die seitens der EZB selbst gestreut worden seien, sei damit eine Absage erteilt worden.

Betrachte man das niedrige Zinsniveau in kurzen Bundlaufzeiten, so deute derzeit ohnehin nichts auf eine baldige Zinserhöhung hin. Denn mit minus 0,80% und damit 40 Basispunkte unter dem Einlagenzins der EZB verharre die zweijährige Bundrendite auf extrem niedrigem Niveau.

Wenn das der Grand­sei­g­neur der Deutschen Bank, Hermann Josef Abs (1901 bis 1994), noch erfahren hätte, er hätte sich im Grabe umgedreht: Bestimmte Schuldentitel des deutschen Bankhauses seien dem Etikett "Ramschniveau" empfindlich nahe gerückt.

So habe die Ratingagentur Standard & Poor's Bonds der Deutschen Bank über 58 Mrd. Euro auf "BBB-" herabgestuft, womit sie gerade noch als Investment Grade gelten würden, also als investitionswürdig. Auf dieses Level habe die Ratingagentur die klassischen Anleihen der Deutschen Bank ("erstrangig unbesichert") herabgestuft. Auch die entsprechenden Bonds der Commerzbank über 15 Mrd. Euro, die des HRE-Nachfolgers Pfandbriefbank oder der HypoVereinsbank (UniCredit) seien schlechter bewertet worden.

Das Downgrade der erstrangigen Anleihen sei in der S&P-Mitteilung zunächst leicht zu übersehen gewesen, weil gleichzeitig die Emittentenratings angehoben worden seien. Diese hätten sich bei Deutscher und Commerzbank nämlich jeweils von "BBB+" auf "A-" verbessert. Die höhere Bonität für die Emittenten sei von S&P mit dem seit Jahresanfang in Kraft getretenen Abwicklungsmechanismusgesetz (AbwMechG) begründet worden, mit dem sich der Verlustpuffer deutscher Banken deutlich erhöhe. Schließlich seien damit die Gläubiger besser geschützt. Dieser Verlustpuffer aber werde deshalb größer, weil im Abwicklungsfall die erstrangigen Anleihen der Institute haften müssten. Damit erhöhe sich natürlich das Risiko dieser Titel für Anleger. Und dies sei auch der Grund, weshalb die Ratingagenturen diese Bonds herabgestuft hätten.

Mit dem AbwMechG habe die Bundesrepublik die EU-Abwicklungsrichtlinie umgesetzt. Damit solle sichergestellt werden, dass künftig kein Steuerzahler mehr für eine Bankenpleite haften müsse. Daher müssten Banken einen ausreichend hohen Verlustpuffer aufbauen. Laut EU-Regeln für die Bankenabwicklung müssten zunächst die Eigentümer, die Anleihegläubiger und Kundeneinlagen über der gesetzlichen Sicherungsgrenze von 100.000 Euro die Verluste für 8% der Bilanzsumme abdecken. Danach könne der von den Banken gespeiste Abwicklungsfonds herangezogen werden.

Um die deutschen Banken in die Lage zu versetzen, den erforderlichen Verlustpuffer schnell darstellen zu können, seien die erstrangigen Anleihen durch das Gesetz schlechter gestellt worden. Andernfalls hätte beispielsweise die Deutsche Bank neue Bonds mit höherem Risikoprofil und damit höherem Kupon in Höhe von 23 Mrd. Euro emittieren müssen.

Am morgigen Freitag sei es wieder soweit. Die Euro-Finanzminister würden sich in Valletta, der Hauptstadt Maltas, treffen. Eigentlich habe man sich an diesem Tag über das immer noch auf dem Spielplan stehende griechische Drama austauschen wollen, aber in Ermangelung einer Lösung zwischen Athen und den europäischen Institutionen könne bzw. müsse man sich anderen Themen widmen.

Denn am Samstag würden die restlichen EU-Finanzminister zu diesem illustren Kreis stoßen, um sich u.a. mit der Bekämpfung der Steuerumgehung und notleidenden Krediten bei europäischen Banken zu beschäftigen. Daher sei noch völlig offen, wann in der Causa Hellas eine Lösung gefunden werden könne. Insbesondere der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble beharre auf den zugesagten Reformen seitens Griechenlands und widerspreche sehr deutlich den jüngsten Äußerungen von Bundesaußenministers Sigmar Gabriel. Dieser habe bei seinem Besuch in Athen ein Entgegenkommen der Geldgeber signalisiert und sich somit den Unmut seines Kabinettskollegen zugezogen. Denn jede vereinbarte und nicht umgesetzte Reform koste die Staatengemeinschaft unterm Strich zusätzliches Geld.

Doch da der politische Rückhalt des griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras und seiner Partei Syriza von Tag zu Tag schwinde, sollte mit Hochdruck an einem Kompromiss gearbeitet werden. Bei einigen Punkten habe der Internationale Währungsfonds (IWF) bereits ein Entgegenkommen signalisiert, aber die Rentenreform stehe nicht zur Diskussion. Sollten die Verhandlungen daran scheitern, dann müssten unter Umständen auch andere Teile des Pakets neu verhandelt werden. Die Schuld an dieser Misere sei allerdings auch zu einem großen Teil der mangelhaften Steuereintreibung in Griechenland geschuldet, da somit die finanzielle Bewegungsfreiheit fehle. Immer nur den Armen noch weitere Lasten aufzubürden sei eine Strategie, welche zum Scheitern verurteilt sei. Das mache sich nicht zuletzt in den gestiegenen Umfragewerten der Oppositionspartei Nea Dimokratia bemerkbar.

Dabei falle auch nicht positiv ins Gewicht, dass nach Angaben der EU-Kommission seit Juli 2015 mehr als 10 Mrd. Euro an EU-Fördergelder geflossen seien, was wiederum ca. 6% des griechischen Bruttoinlandprodukts entspreche. Somit seien die EU-Fonds inzwischen zu den größten öffentlichen Investoren in Griechenland geworden. Sollte es infolge gescheiterter Verhandlungen zu Neuwahlen in Griechenland kommen, so würde nur das griechische Drama um einen weiteren Akt erweitert werden und noch mehr Geld Richtung Athen fließen.

US-Präsident D. T., der Unberechenbare, habe Mal wieder ein Versprechen abgegeben. Diesmal gegenüber den Banken, denen er eine Deregulierung angekündigt habe, die "weit über die Empfehlungen" hinausgehen solle und "sehr gut" für die Branche sein werde. So wolle Donald Trump die Bankenregulierung, die von der US-Regierung unter Barack Obama als Antwort auf die durch Banken und Versicherungen ausgelöste Finanzkrise 2008 eingeführt worden sei, rückgängig machen. Natürlich habe es Beifall von den Investmentbankern der Wall Street aus den Häusern J.P. Morgan Chase und Goldman Sachs gegeben.

Gleichzeitig aber habe es Kritik von der Rating-Agentur Standard & Poor's gegeben, die davor gewarnt habe, die mühevoll eingezogenen härteren Kriterien für Banken und deren vergebenen Kredite sowie Verhaltensweisen wieder aufzuweichen. Dies würde den Versuch, die Wirtschaft vor einem zweiten 2008 zu schützen, ins Gegenteil verkehren. Immerhin hätten die US-Steuerzahler 2008 weit über 800 Mrd. US-Dollar Stützungsgelder den amerikanische Banken und Versicherungen zahlen müssen.

Skeptisch habe sich auch Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret zu dem Vorhaben Trumps geäußert. Es gebe allerdings derzeit zu wenige Fakten, um eine Deregulierung in den USA seriös beurteilen zu können. Ein Regulierungswettlauf aber würde langfristig allen schaden, habe er gesagt. Dombret habe es als eine Illusion bezeichnet, zu glauben, mit lax regulierten Banken ein stabiles System schaffen zu können.

Es seien die Notenbanken, welche die nächste Finanzkrise auslösen könnten. Diese Gefahr sehe der deutsche Wirtschaftshistoriker, Werner Abelshauser. Die Zentralbanken, die in der Finanzkrise 2008 noch die Retter gewesen seien, seien inzwischen selbst zur Gefahr geworden, habe er gegenüber der "Welt" gesagt. Der Grund: Die Notenbanken würden immer stärker das Vertrauen, das wir in ihre Geldpolitik setzen, missbrauchen, indem sie darüber hinaus Finanzpolitik betrieben, ohne dazu ein Mandat zu haben, so die Analysten der Baader Bank.

Verschärfend komme hinzu, dass die Notenbanken vollgepumpt seien mit Staatsanleihen, mit denen auch die Schulden der Welt finanziert würden. Doch die würden mittlerweile die globale Wirtschaftsleistung um mehr als das Dreifache übertreffen. Wie das Institute for International Finance in Washington mitgeteilt habe, seien die weltweiten Schulden im vergangenen Jahr um 7,6 Billionen auf 215 Billionen US-Dollar gewachsen. Die Summe entspreche 325% der weltweiten Wirtschaftsleistung.

Besondere Sorge mache den Experten der "spektakuläre Anstieg" auf 55 Billionen US-Dollar in den Schwellenländern, weil vor allem Unternehmen außerhalb der Finanzbranche mehr Verbindlichkeiten aufgenommen hätten. Aufgrund der Zinsentwicklung, die weltweit eher nach oben gerichtet sei, sei dies "ein wachsender Grund zur Sorge".

Der größte Teil der weltweiten Schulden gehe allerdings auf das Konto der Industriestaaten, die mit insgesamt 160 Billionen US-Dollar in der Kreide stünden, was fast dem Vierfachen des Bruttoinlandsproduktes dieser Länder gleichkomme. Grund für die Entwicklung sei vor allem die wachsende staatliche Verschuldung, die sich beispielsweise in den USA und in Großbritannien seit 2006 mehr als verdoppelt habe. In den westeuropäischen Ländern und in Japan sei ein Anstieg um ca. 50% zu beobachten.

Nachdem in den vergangenen Tagen am Primärmarkt für Unternehmensanleihen nur wenige Highlights zu vermelden gewesen seien, habe am gestrigen Nachmittag die Neuemission der Innogy Finance die Erwartungen des verantwortlichen Finanzchefs übertreffen können. Es handle sich hierbei um die erste Emission dieses noch jungen Unternehmens. Gepreist worden sei die 750 Mio. Euro schwere Anleihe (ISIN XS1595704872) bei +55 Bps über Mid Swap, was einem Emissionskurs von 99,466% entsprochen habe. Die Endfälligkeit sei auf den 13.04.2025 terminiert und während dieser Zeit würden jährlich 1% als Zinsen gezahlt. Über die Mindeststückelung von 1.000 Euro würden sich die Privatanleger sicherlich gefreut haben.

Einen höheren Kupon (1,625%) bei gleicher Laufzeit biete die RCI Banque den Anlegern. Die Anleihe über 600 Mio. Euro sei am 11.04.2025 fällig und mit 99,703% gepreist worden. Damit habe sich für den mit einer 1.000er Stückelung und einer Make Whole Option ausgestatteten Bond ein Emissionsspread von +113 Bps über Mid Swap ergeben.

Mit der gleichen Stückelung habe auch das deutsche Bergbauunternehmen K+S die Anleger beglückt. Dieser Bond (ISIN XS1591416679 / WKN A2E4U9) mit einem Volumen von 400 Mio. Euro sei am 06.04.2023 endfällig, mit einem Kupon von 2,625% und ebenfalls mit einer Make Whole Option ausgestattet. Der Emissionspreis sei mit 100% fixiert worden, was wiederum einem Emissionsspread von +289,8 Bps über Bund gleichgekommen sei.

Nachdem man in der vergangenen Woche noch gerätselt habe, warum die Anleger trotz steigender Aktienkurse verstärkt in deutsche Staatsanleihen investiert hätten, habe sich inzwischen eine Vielzahl an Gründen herauskristallisiert. Zum einen seien es Äußerungen von verschiedenen EZB-Notenbankern gewesen, die angesichts der rückläufigen Inflationsraten ein Beibehalten der niedrigen Zinsen über das Jahresende hinaus in Aussicht gestellt hätten. Zum anderen werfe die Unsicherheit bezüglich des Wahlausgangs in Frankreich ihre Schatten voraus. Doch sollte sich der geneigte Beobachter auch die Frage stellen: Was passiere eigentlich mit dem Sorgenbarometer Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264), wenn es auf der Aktienseite zu echten Gewinnmitnahmen komme?

Diese Frage könne nicht eindeutig beantwortet werden, da zwar in der Physik das dritte Newtonsche Gesetz "actio gleich reactio" zum Einsatz komme, aber die Börse eigene Gesetzmäßigkeiten aufweise. Die Fallhöhe - sprich die aktuell zu erzielenden Renditen - habe keinen unerheblichen Einfluss auf das Anlegerverhalten. Somit seien in der momentanen Konstellation auch gleichzeitig fallende Notierungen am Aktien- und Rentenmarkt vorstellbar.

Doch vorerst würden die Anleihekaufprogramme (QE) und die ungebrochene Nachfrage der Kapitalsammelstellen nach Bonds einen doppelten Boden darstellen. Aktuell notiere das Rentenbarometer bei ca. 162,55%. Da wir allerdings keine Seismographen an den Finanzmärkten zum Einsatz bringen können und uns zugleich vor einem Erdbeben an den Finanzmärkten schützen möchten, bedienen wir uns in solchen Phasen sehr gerne der Charttechnik, so die Analysten der Baader Bank. Momentan verlaufe eine leichte Widerstandslinie bei 162,72% (Hoch vom 04.04.) und eine kräftigere bei ca. 163,12% (Hoch vom 24.02.). Sollte dieser Bereich nicht getestet werden, sondern Absicherungsmaßnahmen den Euro-Bund-Future unter Druck setzen, so sei eine erste Unterstützungslinie bei ca. 161,69% und eine weitere bei ca. 161% zu registrieren.

In dieser Handelswoche seien lediglich T-Bills mit Fälligkeit in vier Wochen bzw. drei und sechs Monaten im Gesamtvolumen von 127 Mrd. US-Dollar aufgelegt worden. Für die kommende Woche seien zusätzlich auch Anleihen mit Laufzeiten von drei, zehn und 30 Jahren geplant.

In Euroland seien am Primärmarkt vier Staaten aktiv gewesen und hätten interessierten Investoren Material für ca. 18 Mrd. Euro zur Verfügung gestellt, was in etwa den Rückzahlungen entsprochen habe. Zuerst habe am Dienstag Österreich zwei Anleihen (ISIN AT0000A1PE50 / WKN A188ES, 2023; ISIN AT0000383864 / WKN 193811, 2027) um insgesamt ca. 1,5 Mrd. Euro und Deutschland die inflationsindexierte Anleihe (ISIN DE0001030567 / WKN 103056, 2026) um 1 Mrd. Euro aufgestockt. Die Zuteilung des Linkers, der jetzt ein Emissionsvolumen von 10,5 Mrd. Euro habe, sei bei einer realen Durchschnittsrendite von -1,07% erfolgt.

Zur Wochenmitte sei zusätzlich das Volumen der aktuellen, fünfjährigen Bundesobligation (ISIN DE0001141752 / WKN 114175) um 4 Mrd. Euro auf 12 Mrd. Euro erhöht worden. Die Zeichnungsaufträge hätten nicht ganz das angestrebte Volumen erreicht, sodass nach der Zuteilung, bei einer Durchschnittsrendite von -0,45%, ein Betrag von 777 Mio. Euro in die Marktpflege eingebucht worden sei.

Den Schlusspunkt würden am heutigen Donnerstag noch Frankreich (ISIN FR0013250560 / WKN A19FUW, 2027; ISIN FR0012993103 / WKN A1Z7JJ, 2031) und Spanien (ISIN ES00000126C0 / WKN A1ZLR2, 2020; ISIN WKN ES00000126A4/ A1ZJHS, 2024; ISIN ES00000128P8 / WKN A19CK5, 2027; ISIN ES00000121S7 / WKN A1AM06, 2041) mit diversen Emissionen setzen.

Die europäische Gemeinschaftswährung habe im März eine beeindruckende Performance hingelegt. Zum Ende des Monats sei ihr allerdings etwas die Luft ausgegangen und der Start in den April sei ziemlich ernüchternd ausgefallen.

Der Höhenflug des Euro sei also vorerst gestoppt und der Greenback erfreue sich einer Beliebtheit, die nicht seiner Wirtschaftskraft entspreche. Sehr deutlich werde dies bei einem Blick auf den Anteil des US-Dollar an den globalen Devisenreserven. Ende 2016 hätten die Zentralbanken ca. 64% ihrer Reserven in US-Dollar gehalten. Auf Grundlage der Wirtschaftsleistung würden eher 44% als angemessen zu erachten sein. Es sei schon ein Pardoxon, wenn das Land mit den meisten Schulden zugleich die Welt-Leitwährung Nummer Eins stelle. Aber manchmal sei es nicht die eigene Stärke, sondern die Schwäche der anderen, die sich im Devisenkurs widerspiegele. Zur Stunde habe sich der Euro wieder etwas stabilisieren können und handle um die Marke von 1,0675 US-Dollar.

Wie in der Woche zuvor stehe die Währung Südafrikas im Mittelpunkt des Handelsgeschehens. Nach der vollzogenen Entlassung von Finanzminister Pravin Gordhan sei der Südafrikanische Rand (ZAR) nochmals gewaltig unter Druck gekommen und habe massive Verluste zu verzeichnen gehabt. Unmittelbar darauf habe die Ratingagentur S&P reagiert und das Land wegen der politischen Unsicherheit auf Ramsch-Niveau heruntergestuft und sogar den Ausblick auf "negativ" gesetzt. Somit sei der freie Fall der heimischen Währung gegenüber dem Euro nicht verwunderlich gewesen. Innerhalb nur weniger Handelstage habe sich der ZAR zum Euro von 13,3792 ZAR (27.03.) bis auf 14,87 ZAR (04.04.) verbilligt und damit ein neues Jahrestief markiert. Inzwischen habe sich die Währung jedoch leicht erholen können und handle derzeit bei einem Wechselkurs von ca. 14,78 ZAR.

Auf der Suche nach rentablen Investments hätten in dieser Berichtswoche vornehmlich Währungsanleihen in US-Dollar auf den Kauflisten gestanden. Aber auch Fremdwährungsanleihen in Südafrikanischen Rand, Türkischer Lira und Norwegischer Krone hätten ihre Käufer gefunden.

Disclaimer

Die Baader Bank AG ist eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten.

Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich.

Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten. (06.04.2017/alc/a/a)





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