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Zinsmarkt: Nachfrage nach sicheren Häfen bleibt erhöht


15.05.19 09:00
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Im Handelsstreit zwischen China und den USA waren gestern seit längerem wieder versöhnliche Töne zu vernehmen, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.

Nachdem die chinesische Regierung noch am Montag neue Zölle gegen US-Importe verhängt habe, habe sie gestern die Fortsetzung der Verhandlungen angekündigt. Doch die nächste Eskalationsstufe drohe bereits. Aus dem Umkreis des US-Handelsbeauftragten heiße es, man plane nächsten Monat eine Anhörung über Zölle bis zu 25% auf weitere Importe aus China im Wert von USD 300 Mrd. Die Möglichkeit eines eskalierenden Handelskriegs sorge unter den Markteilnehmern weiter für Verunsicherung. Die Nachfrage nach sicheren Häfen wie Staatsanleihen der USA oder Deutschland bleibe erhöht, deren Renditen würden weiter auf den tiefsten Niveaus seit Monaten notieren.

Datenseitig stünden heute die US-Einzelhandelsdaten für April im Fokus. Nach dem kräftigen Anstieg im März werde wohl eine Gegenbewegung folgen. Die Analysten der Raiffeisen Bank International AG würden mit einer Stagnation der Einzelhandelsumsätze rechnen. Bei der US-Industrieproduktion würden bereits vorliegende sektorale Daten im April erneut auf ein leichtes Minus hindeuten. Mit dem Empire Manufacturing Index stehe zudem der erste regionale Stimmungsindikator für das Verarbeitende Gewerbe im Mai zur Veröffentlichung an.

Am Primärmarkt habe gestern Italien EUR 6,75 Mrd. mittels Aufstockung dreier Fixzinsanleihen mit Laufzeit 2022, 2026 und 2049 platziert. Bei mäßiger Überzeichnung (bid/cover 1,3 bis 1,6) habe die Emissionsrendite bei 1,24%, 2,23% und 3,65% gelegen. Heute werde Deutschland EUR 1 Mrd. einer Fixzinsanleihe mit Laufzeit 2048 begeben. (15.05.2019/alc/a/a)