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Zeit, wieder real zu investieren? TIPS zum Schutz vor Inflation


15.01.20 10:51
State Street Global Advisors

Boston (www.anleihencheck.de) - Die Inflation ist in den meisten Regionen über die letzten Wochen gestiegen, so die Experten von State Street Global Advisors in ihrem aktuellen "SPDR Strategie Espresso".

Zusätzlich habe der Konflikt zwischen den USA und Iran den Ölpreis unter Druck gesetzt. Solange der Konflikt noch köchele, sollte man daher die Marktstimmung und -dynamik gut beobachten.

State Street Global Advisors rechne nicht mit einer stark steigenden Inflation. Trotzdem zähle die aufkommende Inflation zu den Risiken bzw. Unbekannten, die Anleger im Auge behalten sollten. Institutionelle Anleger hätten in der jüngeren Vergangenheit keine US TIPS (Treasury Inflation-Protected Securities) favorisiert, und seien damit einem Trend gefolgt, der schon länger existiere. Die globalen ETF-Mittelzuflüsse in inflationsgesicherte Anleihen seien in 2019 mit 2,7 Milliarden USD unterdurchschnittlich gewesen, wenn man die ETF-Gesamtzuflüsse im Fixed Income Bereich mit 260 Milliarden USD betrachte.

Die Experten von State Street Global Advisors würden sich die Frage stellen, ob Anleger das Risiko einer Aufwärtsüberraschung der Inflation unterschätzen. PriceStats® deute darauf hin, dass die US-Inflation im vierten Quartal außergewöhnlich robust gewesen sei. In Verbindung mit dem Einbruch der Energiepreise im Jahr 2018, die nun aus der jährlichen Inflationsberechnung herausfallen würden, habe dies zu einer abrupten Wende in der Inflationsrate geführt. Gesamtinflationsrate und Kerninflationsrate würden sich nun auf über 2% annähern, sodass sich für das erste Halbjahr 2020 die Frage stelle, ob sie unter 2,5% bleiben würden.

Zu den wichtigsten Elementen, die für eine höhere US-Inflation sprächen, würden gehören:

- Der stabile Ölpreis führe zu einer Fortsetzung des Basiseffekts im Energiebereich im 1. Quartal 2020.

- Der durchschnittliche Stundenlohn wachse weiterhin mit über 3% p.a., vor dem Hintergrund eines 50-Jahres-Tiefs der Arbeitslosenquote (U3 bei 3,5%). Dies könnte die aktuelle Kernrate des Verbraucherpreisindex zwischen 2,3% und 2,4% stärken.

- Technische Unterstützung aufgrund der geringen erwarteten Emissionen in Q1 2020, insbesondere im 5- und 30-Jahresbereich.

- Eine positive makroökonomische Entwicklung für die USA im 1. Quartal 2020, da die Verbrauchernachfrage robust scheine.

- Die Dollarschwäche treibe die Importpreise nach oben.

Abgesehen von den Spannungen im Nahen Osten und dem potenziellen innenpolitischen Schlagzeilenrisiko der USA hätten die Fortschritte bei der ersten Handelsvereinbarung das Risiko eines Handelskrieges teilweise beseitigt und die break-even Inflationsraten seien gestiegen. Dennoch würden Risiken für dieses positivere Bild bestehen bleiben. Man sollte den eher taktischen Charakter dieser "positiven" Inflationsgeschichte hervorheben, da die Erwartungen für den VPI nach dem ersten Quartal 2020 weit weniger optimistisch seien.

Vor dem aktuellen Hintergrund, dass TIPS zunehmend unterstützt scheinen und die gestiegene Risikobereitschaft TIPS im Vergleich zu nominalen Staatsanleihen geholfen hat, könnte sich dieser Trend fortsetzen und für einen relative value Trade TIPS vs. nominale Treasuries im ersten Quartal 2020 sprechen, so die Experten von State Street Global Advisors.

Es gebe verschiedene Möglichkeiten, sich gegen steigende Inflationserwartungen zu wappnen und die Laufzeitprofile der verschiedenen Indices würden sich auf die Höhe der Performance-Abweichung auswirken. Eine andere Möglichkeit sei die Investition in kurzlaufende Unternehmensanleihen. Durch die damit einhergehende Verkürzung der Duration entgehe man den indirekten negativen Auswirkungen, die das Inflationsrisiko mit sich bringe - höhere Nominalrenditen und das daraus resultierende Risiko fallender Kurse. (15.01.2020/alc/a/a)