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US-Präsident Trump kritisiert erneut FED-Chef Powell


16.01.20 11:15
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Am Datenkalender sind heute keine marktbewegenden Veröffentlichungen vermerkt, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.

Auch gestern habe die Aufmerksamkeit vor allem bei politischen Ereignissen und Wortmeldungen wichtiger Akteure gelegen. Zum ersten sei das Phase-1-Handelsabkommen zwischen den USA und China unterzeichnet worden. Laut dieser Abmachung verpflichte sich China in den nächsten zwei Jahren Importe von US-Gütern im Gegenwert von USD 200 Mrd. zu steigern. Im Gegenzug würden keine neuen Zölle eingeführt, die existierenden erhöhten Einfuhrabgaben würden aber erhalten bleiben.

Interessanter als die bereits bekannte Übereinkunft seien Wortspenden von US-Präsident Trump gewesen. Am Rande der Zeremonie habe er wieder einmal den eigenen Notenbankchef für die aus seiner Sicht zu hohen US-Zinsen kritisiert. Die wiederholte öffentliche Kritik werde nunmehr von Beobachtern bereits als Indiz gewertet, dass im Falle einer zweiten Amtszeit von Trump der aktuelle FED-Präsident Powell abgesetzt werde.

Derweil sei aus den gestrigen Reden von US-Notenbankern (Harker, Kaplan, Daly) zu schließen gewesen, dass in der nächsten Zeit keine weitere Zinssenkung angedacht sei. Vielmehr sei die aktuelle Geldpolitik als angebracht beurteilt worden und die Erwartungen für die weitere Wirtschaftsentwicklung seien vorsichtig optimistisch gewesen.

Weiters sei gestern das Amtsenthebungsverfahren gegen US-Präsident Trump eröffnet worden. Es dürfe in den nächsten Wochen mit einem harten öffentlichen Schlagabtausch zwischen Trump und den US-Demokraten gerechnet werden, der sich wohl bis zu den US-Präsidentschaftswahlen im November ziehen werde. (16.01.2020/alc/a/a)