US-Inflationsrate auf 1,9% nachgegeben


14.01.19 11:30
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Am Freitag wurden die US-Verbraucherpreisdaten für Dezember veröffentlicht, so die Analysten von Postbank Research.

Erwartungsgemäß hätten die Kernverbraucherpreise (ohne Energie und Nahrungsmittel) im Vormonatsvergleich um 0,2% zugelegt. Die Kerninflationsrate sei unverändert mit 2,2% ausgewiesen worden. Bei den Energiepreisen habe sich der Abwärtstrend dagegen nochmals beschleunigt. Sie seien im Vormonatsvergleich um 3,5% gefallen. Die Nahrungsmittelpreise wiederum seien überdurchschnittlich kräftig um 0,4% gestiegen. Insgesamt habe dies zu einem Rückgang des Verbraucherpreisniveaus um 0,1% gegenüber November geführt. Die Inflationsrate habe von 2,2% auf 1,9% nachgegeben. Niedriger habe sie zuvor im Juli 2017 gelegen. Der nachlassende Preisauftrieb stehe weiteren US-Leitzinserhöhungen nicht zwingend im Wege. Er dürfte aber die mittlerweile im FOMC vorherrschende Einschätzung untermauern, dass dabei kein Grund zu besonderer Eile bestehe.

Heute würden die Daten zur EWU-Industrieproduktion im November bekannt gegeben. Sie sollten zeigen, dass sich die schwache Entwicklung des vorherigen Jahresverlaufs fortgesetzt habe. Kräftige Rücksetzer des Outputs hierzulande (-1,9% zum Vormonat), in Frankreich (-1,3%) oder Italien (-1,6%) lassen im Einklang mit einem schwächeren Sentiment keinen anderen Schluss zu, so die Analysten von Postbank Research. Aufgrund der Vorgaben würden die Analysten davon ausgehen, dass die EWU-Industrieproduktion im November um 1,3% gegenüber dem Vormonat gesunken sei. Die Jahresrate dürfte infolgedessen erstmals seit Januar 2017 wieder in den negativen Bereich gesunken sein. In der Summe würde sich damit auch ein negativer Beitrag der Industrie zum BIP-Wachstum der Eurozone im Schlussquartal 2018 abzeichnen.

Am Dienstag würden die vorläufigen deutschen BIP-Daten für 2018 veröffentlicht. Im weiteren Wochenverlauf stünden dann z.B. mit Einzelhandelsumsätzen und Industrieproduktion US-Daten im Fokus, sofern sich deren Veröffentlichung nicht durch einen anhaltenden Shutdown verzögere. (14.01.2019/alc/a/a)