USA: Leitzinssenkung? Nein, nur eine technisch bedingte Anpassung am Zinssatz für Überschussreserven


02.05.19 09:15
DekaBank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die FED hat beim gestrigen Zinsentscheid erwartungsgemäß das Leitzinsintervall mit 2,25% bis 2,50% nicht verändert, so die Analysten der DekaBank.

Allerdings habe es eine technisch bedingte Senkung des Zinssatzes für Überschussreverserven um 5 Basispunkte auf 2,35% gegeben.

Das angepasste Statement werde einerseits dem überraschend starken Wirtschaftswachstum des ersten Quartals gerecht. Es werde aber auch auf die Schwäche bei den privaten Konsumausgaben und den Investitionen verwiesen. Neu sei der Hinweis, dass beide Inflationsraten des Deflators der privaten Konsumausgaben unterhalb der Zielmarke von 2% notieren würden. Dieser Hinweis habe die Spekulationen an den Finanzmärkten für eine Leitzinssenkung in den kommenden Quartalen erhöht.

Mit der anschließenden Pressekonferenz seien diese Spekulationen wieder zurückgegangen. FED-Chef Powell habe signalisiert, dass für die niedrigeren Inflationsraten transitorische Effekte verantwortlich gewesen seien.

Derzeit werde an den Finanzmärkten eher mit Leitzinsensenkungen in den kommenden Quartalen gerechnet. Solch ein Szenario wäre denkbar, wenn die Inflationsrate anhaltend im Bereich von 1,5% notieren sollte. Die derzeitigen zyklischen Preiskomponenten des Deflators der privaten Konsumausgaben widersprächen solch einem Szenario. (02.05.2019/alc/a/a)