UK: Der Markt preist erste Leitzinssenkungen gegen Ende 2019 mit Wahrscheinlichkeit von ca. 45% ein


08.07.19 11:00
Deutsche Bank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Im parteiinternen Wahlkampf zwischen Boris Johnson und Jeremy Hunt um den Posten des Premierministers verbindet beide Kandidaten derzeit ihre Forderung, das Austrittsabkommen mit der EU erneut zu verhandeln oder die EU ohne Abkommen zu verlassen, berichtet die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

Dabei stehe dieser Standpunkt stellvertretend für die gesamte Tory-Partei, die zunehmend innenpolitisch durch gute Umfragewerte von den Brexit-Parteien unter Druck gerate. Allerdings hab das Parlament bereits entschieden, die EU nur mit einem Abkommen zu verlassen. Der Brexit könnte somit noch für einen heißen Oktober sorgen, bei dem auch Neuwahlen nicht ausgeschlossen seien. Die Unsicherheit belaste verstärkt die britische Konjunktur, sodass die Bank of England zuletzt ihren geldpolitisch restriktiven Kurs habe verlassen müssen. Die zuvor noch angekündigten Zinsanhebungen würden derzeit nicht mehr opportun erscheinen. Dabei habe die Aussicht auf steigende Zinsen den Pfund-Kurs über die vergangenen zwei Jahre gestützt. Der Markt preise nun erste Leitzinssenkungen gegen Ende des Jahres mit einer Wahrscheinlichkeit von circa 45 Prozent ein. Das Pfund könnte sich zum Euro daher im Sommer weiter in Richtung Parität bewegen und der Euro so bei rund 0,95 Pfund landen. (08.07.2019/alc/a/a)