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Türkische Zinsentscheidung: Zahlungsbilanz- und Bankenkrise vermieden?


14.09.18 08:00
Aberdeen Standard Investment

London (www.anleihencheck.de) - Brett Diment, Head of Emerging Market Debt bei Aberdeen Standard Investments, kommentiert die Zinsentscheidung der Türkei:

Es sei erfreulich zu sehen, dass sich der gesunde Menschenverstand durchsetze. Die bereits von den Behörden vorgenommenen Veränderungen und der Ausverkauf der Lira würden bedeuten, dass sich die türkische Wirtschaft tatsächlich bereits abgekühlt habe. Schlussendlich werde das geschaffene Umfeld, in dem die Banken 30% Zinsen für Kredite verlangen würden, eine beruhigende Wirkung auf die Volkswirtschaft haben. Aus rein wirtschaftlicher Sicht hätte man also argumentieren können, dass die Notwendigkeit einer Zinserhöhung etwas geringer geworden sei, und dass das Risiko jetzt darin bestehe, dass die Nationalbank über das Ziel hinausschießen und am Ende ihre Geldpolitik zu stark straffen könnte.

Jedoch bringe erst die gestrige Zinserhöhung die Türkei langsam zurück auf den Weg, eine gewisse Glaubwürdigkeit ihrer Geldpolitik wiederherzustellen, und das sei entscheidend. Denn wenn die Zinsen am Donnerstag nicht erhöht worden wären, dann hätte das reale Risiko bestanden, dass die Lira nochmals stark unter Druck geraten und das Land dann schnell auf eine Zahlungsbilanz- und auch eine Bankenkrise zugesteuert wäre. (Ausgabe vom 13.09.2018) (14.09.2018/alc/a/a)