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Türkische Zentralbank kämpft weiterhin mit der Inflation


21.03.19 14:30
Deutsche Bank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Sinkt die Wirtschaftsleistung zwei Quartale in Folge, spricht man von einer technischen Rezession. Deutschland ist an dieser knapp vorbeigeschrammt, in der Türkei ist die Lage eindeutiger, berichtet die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

Im Schlussquartal 2018 sei die Wirtschaftsleistung im Vergleich zum Vorquartal um 2,4 Prozent zurückgegangen. Im dritten Quartal habe das Land bereits ein Minus von 1,1 Prozent zu verzeichnen gehabt. Im Gesamtjahr 2018 sei das BIP um lediglich 2,6 Prozent gestiegen - nach 7,4 Prozent 2017. In diesem Jahr könnte es sogar zu einer Schrumpfung des Bruttoinlandsproduktes kommen. Die Deutsche Bank senkte zuletzt die Wachstumsprognose für 2019 auf -0,2 Prozent ab.

Die Zentralbank kämpfe derweil weiterhin mit der Inflation. Diese habe im Februar im Vorjahresvergleich bei 19,7 Prozent gelegen und so liege der Leitzins seit September 2018 unverändert bei 24 Prozent. Die türkische Regierung versuche im Vorfeld der landesweiten Kommunalwahlen, die am 31. März stattfänden, mit Fiskalpolitik die Konjunktur zu stabilisieren. Dies belaste den Haushalt, der im Abschwung ohnehin schon unter sinkenden Steuereinnahmen und steigenden Sozialausgaben leide. Die Lira habe die schwache Wirtschaft und die hohe Inflation mit einem Minus von fünf Prozent gegenüber dem Euro seit Anfang Februar quittiert. Schwenke die Regierung nach der Wahl nicht auf eine Konsolidierung des Haushalts um, werde die Türkische Lira darunter leiden. (21.03.2019/alc/a/a)