Türkische Zentralbank dürfte Inflationsrückgang und Währungsstärke nutzen, um Leitzins zu senken


08.07.19 12:00
Deutsche Bank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - In der Türkei haben sich zuletzt einige Belastungsfaktoren für die Lira aufgelöst, berichtet die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

Die politische Unruhe rund um die Kommunalwahlen sei vorbei und die Sanktionen durch die USA aufgrund des Erwerbs von russischen Raketen würden wohl milder ausfallen als befürchtet. Die Inflationsrate sei im Mai überraschend stark auf 15,7 Prozent gesunken und der Ölpreis bewege sich weiterhin auf niedrigem Niveau. Die Lira habe gegenüber dem Euro seit Anfang Juli mehr als vier Prozent zugelegt und sei damit weltweit die stärkste Währung in diesem Zeitraum. Die Türkische Zentralbank werde den Rückgang der Inflation und die Währungsstärke voraussichtlich nutzen, um den Leitzins zu senken. Da dies bereits allseits erwartet werde, sollte dies die Währung jedoch kaum belasten. Ausländische Investoren, die sich aufgrund der derzeitigen Entwicklung langsam wieder in den türkischen Markt begeben würden, könnten die Lira stützen. Da zudem in den Sommermonaten viele ausländische Touristen in die Türkei reisen und hierfür Lira kaufen, rechnet die Deutsche Bank AG mit einer weiteren Aufwertung. (08.07.2019/alc/a/a)