Türkische Zentralbank belässt den Leitzins unverändert


26.04.19 12:45
Deutsche Bank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Probleme in der Türkei wollen nicht abreißen, so die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

Allein gestern habe die Türkische Lira mehr als ein Prozent verloren, nachdem die Zentralbank den Leitzins unverändert belassen habe. Das allein sei natürlich nicht das Problem gewesen. Der Markt habe basierend auf der Analyse von Terminkontrakten allerdings damit gerechnet, dass die Zentralbank in den kommenden Monaten den Leitzins noch einmal anheben könnte. Diese Erwartung habe die Türkische Zentralbank nun enttäuscht. Der entsprechende Passus, der zuletzt im Kommuniqué zu finden gewesen sei, sei gestern gestrichen worden. Verwunderlich, betrage die Inflation doch noch immer fast das Vierfache des eigentlichen Ziels der Zentralbank von fünf Prozent.

Internationale Investoren scheinen zunehmend die Geduld mit der Türkischen Zentralbank zu verlieren, die noch immer nicht gewillt scheint, die Inflation zu zügeln, um die Inflationserwartungen, welche zuletzt 15 Prozent betrugen, wieder zu senken, so die Deutsche Bank AG. Allein im April habe die Türkische Lira gegenüber dem Euro rund fünf Prozent verloren, was die Inflation weiter anheizen dürfte und zu einem Teufelskreis zu werden drohe. Das Risiko einer weiteren signifikanten Abwertung steige. (26.04.2019/alc/a/a)