Erweiterte Funktionen

Türkische Notenbank zieht die Zinsnotbremse


14.09.18 09:00
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Die Türkische Zentralbank (CBRT) hat gestern ein geldpolitisches Ausrufezeichen gesetzt und den Leitzins um 625 BP auf 24% angehoben, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Nachdem die Inflationsrate in den letzten Monaten rasant angezogen habe und im August in der Jahresrate auf 17,9% hochgeschnellt sei, hätten die Notenbanker mit einer geldpolitischen Kontraktion reagiert, die deutlich über die Konsenserwartungen von rund 22% hinausgegangen sei. Gleichzeitig habe die Entscheidung der CBRT gegenüber den Finanzmarktteilnehmern zudem als vertrauensbildende Maßnahme im Hinblick auf ihre geldpolitische Unabhängigkeit gewirkt.

So habe Staatspräsident Erdogan noch am Vormittag die Notenbank für eine verfehlte Geldpolitik kritisiert und zur Bekämpfung der Inflation entgegen der vorherrschenden ökonomischen Lehrmeinung Zinssenkungen gefordert. Die Analysten würden aufgrund der verzögerten Auswirkungen durch die Liraabwertung in den kommenden Monaten eine weitere Beschleunigung der Inflationsentwicklung erwarten, die zum Ende des 1. Quartals 2019 mit 22,1% ihren Höhepunkt erreichen sollte.

Unmittelbar nach der Zinsentscheidung habe die Lira sowohl gegenüber dem US-Dollar zum Euro in der Spitze zwar um rund 10% an Wert zugelegt. Perspektivisch würden die Analysten jedoch die türkische Währung aufgrund eines sich deutlich verschlechternden Konjunkturumfelds und hoher Leistungsbilanzdefizite weiterhin unter Druck sehen und zum Jahresende 2018 erwarten, dass der Euro zur Türkischen Lira (TRY) wieder bei 7,91 TRY notieren werde. (14.09.2018/alc/a/a)