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Tschechische Geldpolitik wartet ab


11.02.19 14:30
Deutsche Bank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Getrieben durch den starken Arbeitsmarkt hat die Inflation in Tschechien bereits die Zielmarke der Zentralbank von zwei Prozent überschritten, so die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

Mit einer Arbeitslosenquote von 2,1 Prozent im Dezember liege die tschechische Arbeitslosigkeit so niedrig wie sonst nirgendwo in der EU. Die Vollbeschäftigung führe zu einem jährlichen Lohnwachstum von 8,5 Prozent. Das sorge für heimischen Preisdruck, die jährliche Kerninflationsrate von 2,6 Prozent im Dezember befinde sich auf einem 15-Monatshoch. Dennoch habe die Zentralbank letzten Donnerstag ihren Leitzins bei 1,75 Prozent belassen. Die Gründe für diese Entscheidung lägen in der Eurozone: Die nachlassende wirtschaftliche Dynamik in Tschechiens größtem Exportmarkt kündige sich bereits in den schwächeren Auftragseingängen im Exportsektor an, die im Dezember auf das niedrigste Niveau seit der Finanzmarktkrise 2008 gefallen seien. Zwar habe die tschechische Notenbank angedeutet, den Leitzins 2019 ein- bis zweimal zu erhöhen, habe sich jedoch vorbehalten, von weiteren Zinsanhebungen abzusehen, sollten die externen Risiken weiter zunehmen.

Die Deutsche Bank geht für Mitte des Jahres von einer Zinsanhebung um 0,25 Prozentpunkte auf 2,0 Prozent aus. Aufgrund der starken Abhängigkeit von der Eurozone erwartet die Deutsche Bank, dass sich der Kurs der Krone wie schon in den letzten Jahren gegenüber dem Euro weiterhin seitwärts bewegt. (11.02.2019/alc/a/a)