Supranationals und Agencies: Primärmarkt ist gut gestartet


15.01.20 12:22
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Mittlerweile war Berlin mit einem Tap (2025), einer FRN (4y) sowie einem weiteren Tap (2030) in den ersten zwei Handelswochen am Markt vertreten, so Dr. Norman Rudschuck, CIIA bei NORD/LB.

Insgesamt hätten so EUR 1,25 Mrd. eingesammelt werden können. Insbesondere bei dem Floater (ISIN DE000A2NB9W0 / WKN A2NB9W) (3mE -2 Bp) habe es sich um eine Benchmarktransaktion gehandelt. Der 2030er Tap habe bei ms -5 Bp gepreist werden können.

Das Land NRW habe ihre Bücher bei ihrer neuen Methusalemanleihe (ISIN DE000NRW0L10 / WKN NRW0L1) (100y) bis auf über EUR 1,5 Mrd. füllen können und sich entschieden, EUR 1,3 Mrd. zu printen. Der angegebene Spread habe bei ms +99 Bp gelegen - dies sei interessant, da es keinen EUSA100Y gebe, sondern stattdessen auf den EUSA60Y im Pricing kapriziert worden sei.

Die Nordics, eher selten in EUR unterwegs, hätten mit der MuniFin das Parkett betreten und EUR 1,5 Mrd. eingeworben, wobei für die fünfjährige Anleihe (ISIN XS2101528144 / WKN nicht bekannt) bei ms -5 Bp Interesse von rund EUR 3,9 Mrd. bestanden habe.

Die BNG habe EUR 2,0 Mrd. für zehn Jahre zu ms flat begeben können. Dies entspreche so ziemlich einem Achtel des geplanten Fundings in 2020 (+/- EUR 16 Mrd.).

Nachdem die EIB für eine zehnjährige EARN (Euro Area Reference Note) (ISIN XS2102495673 / WKN A28R55) mandatiert habe, habe sich das Orderbuch auf mehr als EUR 18,5 Mrd. gefüllt. Zu ms -10 Bp seien EUR 5 Mrd. geprintet worden. Dies habe einem noch höheren Ordervolumen entsprochen als bei der KfW wenige Tage zuvor.

Auch die Weltbank in Gestalt der IBRD sei mit einem gut gefüllten Buch unterwegs gewesen: Der siebenjährige Bond (ISIN XS2102988354 / WKN A28R6W) (EUR 3,0 Mrd., ms -7 Bp) habe für Interesse in Höhe von EUR 4,25 Mrd. gesorgt.

Ein eher seltener Gast sei die französische CCCIF bzw. 3CIF. Sie hätten einen vierjährigen Bond (ISIN XS2104031757 / WKN A28R9V) bei OAT +24 Bp begeben und EUR 1,0 Mrd. einsammeln können, wobei das Buch EUR 4,9 Mrd. hergegeben hätte. Der Bond habe mindestens 5 Basispunkte im Pricingverlauf reinziehen können (IPT: OAT +29 Bp area). Ein weiterer Franzose (CADES) habe EUR 750 Mio. zu OAT +15 Bp eingeworben. Der 2023er Tap sei kaum überzeichnet und somit im Pricing ausgereizt gewesen.

Die EFSF habe in der vergangenen Woche ihr RfP versendet und bereits am Montag Nägel mit Köpfen gemacht: 30 Jahre seien das Mittel zum Zweck gewesen, EUR 3,0 Mrd. bei ms +13 Bp seien es geworden; bei sehr gut gefüllten Orderbüchern (über EUR 12,0 Mrd.). Der bisherige Rekord habe EUR 6,1 Mrd. betragen und stamme aus dem Juli 2014. In Q1 habe die EFSF dann noch weitere EUR 2,0 Mrd. zu tun.

Am Dienstag habe die EIB einen weiteren €STR-Bond (ISIN XS2104969550 / WKN nicht bekannt) (EUR 1 Mrd.) zu +11 Bp über dem neuen Referenzzinssatz im dreijährigen Segment platzieren können. Die Arbeitsgruppe zu risikofreien Euro-Zinssätzen (Working Group on euro risk-free rates) empfehle den Marktteilnehmern unverändert, den EONIA schrittweise für alle Produkte und Verträge durch die Euro Short-Term Rate zu ersetzen und diese zudem zu ihrem Standardreferenzzinssatz zu machen. Die Euro Short-Term Rate habe die internationale Wertpapierkennnummer (ISIN) EU000A2X2A25 erhalten. Der Kurzname des Finanzinstruments (FISN) laute EZB/EUR EURO SHORT-TERM RATE IR. Dies sei aber nur am Rande erwähnt.

Das Council of Europe (ISIN XS2105085208 / WKN nicht bekannt) habe die identische Summe wie die EIB für zehn Jahre zu ms -9 Bp eingeworben. NRW habe zudem nach dem 100-jährigen Bond noch einen Tap in ihrer 2078er Anleihe gebracht, wobei sich die Bücher nur auf etwas mehr als EUR 400 Mio. gefüllt hätten (EUR 500 Mio.; zu ms +67 Bp). Für eine Debütemission eines Green Bonds habe die japanische JFM mandatiert, wobei im Raum stehe, 7-10y in EUR oder 3-5y in USD zu bringen.

Der Primärmarkt für Supranationals und Agencies sei gut gestartet und die Orderbücher seien besonders bei KfW, EIB und EFSF sehr gut gelaufen. Dementsprechend hätten die Neuemissionen sehr schnell performen können. Da zurzeit die Nachfrage noch sehr groß sei und nicht vollends durch die Neuemissionen bedient werden könne und zudem die Zentralbanken weiter zukaufen würden, würden sogar noch die Sekundäranleihen performen. Zudem haben wir eine deutliche Nachfragesteigerung für Bundesländeranleihen gesehen, so die Analysten der NORD/LB. Dadurch sei es in der vergangenen Woche auch zu einer Spreadeinengung von 2 bis 3 Bp gekommen. Am Primärmarkt sei die 100-jährige NRW-Anleihe gut platziert worden, sodass insgesamt EUR 1,3 Mrd. begeben worden seien. Zusätzlich habe das Land Berlin eine Anleihe mit Laufzeit Januar 2030 bei ms -5 Bp um EUR 500 Mio aufgestockt. (Ausgabe 2 vom 15.01.2020) (15.01.2020/alc/a/a)






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