Staatsanleihen: Unter Druck gekommen


27.09.21 09:10
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der Rentenmarkt stand im Nachgang der Notenbanksitzungen in den USA, Großbritannien und Norwegen unter Druck, so die Analysten der Helaba.

Es zeige sich, dass die Neigung zu einer etwas weniger expansiven Geldpolitik größer werde, wenngleich viele EZB-Vertreter immer wieder auf die vorübergehenden Ursachen des Inflationsanstiegs verweisen und keine schnelle Handlungsbereitschaft erkennen lassen würden. Dennoch seien auch hierzulande die Renditen kräftig gestiegen und gerade in Deutschland sei es nach einer nur kurzzeitigen Verflachung zu einer deutlichen Versteilung der Renditestrukturkurve gekommen.

In dieser Woche falle das europäische Emissionsvolumen etwas höher aus. Bereits heute starte die belgische Finanzagentur mit drei OLO-Serien lang- und ultralanger Laufzeiten. Die Niederlande würden morgen aktiv und Italien am Mittwoch. Deutschland stocke am Donnerstag die Bund August 2031 um 4 Mrd. EUR auf. Besonders hervorzuheben sei aber die erste NGEU-Auktion der EU, die nicht via Syndikat erfolge. Das Volumen falle mit 2,5 Mrd. EUR deutlich geringer aus als bei den bisher bekannten Emissionen. Insofern dürfte nur ein kleiner Teil der Investoren bedient werden, die sich für die EU-Papiere interessieren würden.

Der Abwärtsimpuls des Bund-Futures (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) sei intakt, nachdem dieser daran gescheitert sei, den Trend nach oben zu verlassen. Auch die Indikatoren würden ein per saldo trübes Bild zeichnen, sodass erneute Kursverluste nicht auszuschließen seien. Unterstützungen seien im Bereich der 170,00er Marke zu finden. Ersten Widerstand gebe es bei 170,80/85. (27.09.2021/alc/a/a)