Staatsanleihen: Risikoaversion sorgt für Unterstützung


22.09.20 09:00
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Sorgen vor weiter ansteigenden Corona-Neuinfektionen, die zu Einschränkungen des öffentlichen Lebens führen und den wirtschaftlichen Aufschwung gefährden könnten, haben zu einem Anstieg der Risikoaversion beigetragen und das Interesse an Staatsanleihen der EWU-Kernstaaten geweckt, so Ulrich Wortberg von der Helaba.

Über die gesunkenen Renditen dürften sich die Schatzämter in den Niederlanden und Deutschland freuen, denn diese würden heute am Primärmarkt aktiv. Die Niederlande würden eine neue 30-jährige Anleihe via Syndikat veräußern und die Bundesfinanzagentur stocke die Schatzanweisung September 2022 zum ersten Mal auf. Am Sekundärmarkt rentiere das Papier bei -0,72%. Die Neuemission Ende August sei bei einer Durchschnittsrendite von -0,69% erfolgt und sei zweifach überzeichnet gewesen. Morgen folge die Aufstockung der Bund Mai 2035 um 3,5 Mrd. EUR. Auch Italien werde in dieser Woche Anleihen erweitern, sodass mit einem Gesamtvolumen von mehr als 20 Mrd. EUR zu rechnen sei. Da keine nennenswerten Rückflüsse zu erwarten seien, bleibe das Nettoangebot am europäischen Primärmarkt positiv.

Die erhöhte Risikoaversion als Folge der steigenden Covid-19-Neuinfektionen und der scharfen Korrektur an den Aktienmärkten sorge für Unterstützung. Meldungen, wonach die EZB das Pandemie-Kaufprogramm PEPP verlängern und/oder die Flexibilität teilweise auf das APP übertragen könnte, würden ebenfalls Rückenwind liefern. Nachdem der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) den Widerstandsbereich 174,40/50 nach oben habe verlassen können, sei der Weg frei bis zum markanten Hoch vom 4. August bei 175,08. Eine erste Unterstützung finde sich bei 173,95 und zudem liefere die 55-Tagelinie bei 173,75 Halt. (22.09.2020/alc/a/a)