Staatsanleihen: Renditeanstieg setzt sich fort


29.09.21 09:01
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der Renditeanstieg setzt sich fort und inzwischen haben 10-jährige Bundesanleihen die Marke von -0,20% überschritten - erstmals seit Anfang Juli, so die Analysten der Helaba.

Auffällig sei die steiler werdende Kurve; die Renditedifferenz zwischen 10- und 2-jährigen Bundesanleihen habe sich innerhalb der letzten sechs Wochen auf knapp 50 Basispunkte verdoppelt. Noch deutlicher falle der Anstieg in den USA aus und so steige der Renditevorteil stetig an - vor allem im kurzen Laufzeitbereich. Zweijährige Treasuries würden mit über 0,30% auf dem höchsten Stand seit März 2020 rentieren. Sie lägen etwa 1%-Punkt oberhalb vergleichbarer Bundesanleihen, was mit dem früher zu erwartenden Agieren der US-Notenbank zu erklären sei.

Am Primärmarkt stocke heute die Finanzagentur die Bund August 2031 um 4 Mrd. EUR auf, wodurch sich das ausstehende Volumen der Anleihe auf über 20 Mrd. EUR ausweite. Das Umfeld sei derzeit sicherlich nicht einfach, allerdings könnte das erhöhte Renditeniveau für Interesse an der top-gerateten Anleihe sorgen. Auch das italienische Schatzamt werde mit zwei konventionellen Papieren und einer variabel verzinslichen Anleihe im Volumen von insgesamt bis zu 6,25 Mrd. EUR aktiv. Italienische Papiere hätten zuletzt schlechter abgeschnitten als Bundesanleihen und so sei die Renditedifferenz im 10-Jahresbereich wieder deutlich über die 1%-Marke gestiegen.

Das technische Bild des Bund-Futures (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) sei mit dem intakten Abwärtsimpuls getrübt. Auch vonseiten der Indikatoren könne noch keine Entwarnung gegeben werden. Einzig die überverkaufte Marktlage erhöhe die Wahrscheinlichkeit einer vorübergehenden Erholungsphase. Die untere Trendkanalbegrenzung bei 169,55 liefere eine erste Unterstützung. Widerstände seien bei 170,68 und 170,84 zu finden. (29.09.2021/alc/a/a)