Staatsanleihen: Peripherie im Aufwind


24.09.20 08:45
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Während sich am Markt für deutsche Staatsanleihen die Konsolidierung fortsetzt und der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) in seiner etablierten Handelsspanne liegt, können Papiere der EWU-Peripherie zum Teil weiter zulegen, berichten die Analysten der Helaba.

Die Risikoaufschläge seien im Trend rückläufig und würden inzwischen Niveaus aufweisen, die vor der Coronakrise zu beobachten gewesen seien. Auffällig sei die Entwicklung in Portugal. Dort sei die 10-Jahresrendite seit Anfang dieser Woche zeitweise um 10 Bp auf im Tief 0,23% gesunken. In Italien habe die Rendite der 30-jährigen BTP bei 1,75% ein neues Allzeittief markiert. Die gestrige Aufstockung der 15-jährigen Bundesanleihe sei schleppend verlaufen. Letztlich habe das Zielvolumen von 3,5 Mrd. EUR bei einer Zuteilungsrendite von -0,31% erreicht werden können. Heute führe das italienische Schatzamt eine neue Nullkuponanleihe ein. Zudem werde ein inflationsgeschütztes Papier erweitert. Das Gesamtvolumen liege bei bis zu 4,5 Mrd. EUR.

Sorgen vor einer steigenden Zahl an Corona-Neuinfektionen und einer Gefährdung der konjunkturellen Erholung seien zuletzt zwar nicht größer geworden, von einer allgemeinen Rückkehr der Risikobereitschaft könne aber keine Rede sein. Insofern sollten deutsche Staatsanleihen nach unten gut abgesichert sein. Wenig Einfluss erwarten die Analysten der Helaba vom ifo-Index, denn die Konsensschätzung erscheint weitgehend realistisch zu sein. Das technische Bild des Bund-Futures sei konstruktiv, wenngleich das nachlassende Kursmomentum vor zu viel Optimismus warne. Der nächste wichtige Widerstand zeige sich bei 175,08, eine erste Unterstützung liefere die 55-Tagelinie bei 173,80. (24.09.2020/alc/a/a)