Staatsanleihen: Keine erhöhte Risikoaversion


20.01.21 08:45
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Im Umfeld eines zunächst freundlichen Aktienmarkts schwächte sich der richtungsweisende Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) gestern phasenweise ab und notierte im Tagestief bei 177,10, so die Analysten der Helaba.

Die Verlängerung des Lockdowns bis Mitte Februar habe nicht zu einer erhöhten Risikoaversion unter den Finanzmarktteilnehmern geführt. Die Risikoaufschläge zehnjähriger Titel der Peripherieländer hätten sich gestern leicht eingeengt. Italiens Ministerpräsident Conte habe gestern auch die Vertrauensfrage im Senat knapp für sich entschieden. Allerdings könne er nur mit einer Minderheitenregierung weiterarbeiten. Der 10J-Spread von BTPs gg. Bunds sei gestern auf 109 Basispunkte gesunken. In Spanien und Portugal würden die Differenzen 60 bzw. 54 Basispunkte betragen. Die Bundesfinanzagentur versteigere heute eine Schuldverschreibung im ultralangen Laufzeitsegment. Die 30J-Benchmarkanleihe rentiere momentan bei -0,12%.

Die technische Ausgangslage sei nach wie vor als schwierig zu bezeichnen, denn der Future habe gestern eine erste Haltemarke unterschritten und die Indikatoren würden eine schwache Dynamik aufweisen. Die nächsten Unterstützungen bestünden nun bei 177,00 und am markanten Tief vom 2. Dezember bei 176,63. Hürden seien zunächst um 177,50 und an den 21- und 55-Tagelinien zu finden. Diese würden heute bei 177,56 bzw. 176,63 verlaufen. Darüber könnten Gewinne bis 177,97 folgen (Dezember-Abwärtstrendlinie). (20.01.2021/alc/a/a)