Staatsanleihen: EZB "kann und muss" handeln


02.03.21 09:45
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Staatsanleihen der EWU-Kernländer starteten freundlich in die neue Handelswoche, so die Analysten der Helaba.

Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) habe am frühen Morgen im Hoch bei 174,75 notiert. Die EZB habe das Anleihevolumen im Rahmen von PEPP zwar um 12 Mrd. EUR erhöht, im Vergleich zur Vorwoche sei der Zuwachs aber geringer ausgefallen. Hohe Rückzahlungsvolumina seien dafür verantwortlich gewesen.

Zweifel an der Handlungsbereitschaft seitens der EZB sollten aber nicht bestehen. So habe gestern Villeroy de Galhau betont, dass die EZB auf unwillkommenen Straffungen der monetären Bedingungen reagieren "könne und müsse". Auch Christine Lagarde habe nochmals betont, dass die EZB günstige Finanzierungsbedingungen schaffen müsse. Die 10J-Spreads der Peripherieländer hätten zum Wochenstart niedriger tendiert. Bei BTPs belaufe sich der Renditevorsprung gegenüber Bunds aktuell auf 103 Basispunkte. In Spanien und Portugal würden die Risikoaufschläge 68 bzw. 57 Basispunkte betragen.

Die Erholung zum Wochenanfang sei positiv zu werten, jedoch sei es noch zu früh für eine Entwarnung. Die technische Ausgangslage verbessere sich aber deutlich. So helle sich das Indikatorenbild auf, auch wenn es noch an Kaufsignalen mangele. Im Fokus liege der erste Widerstand im Bereich der Januar-Abwärtstrendlinie, welche heute bei 174,89 verlaufe. Darüber komme die 21-Tagelinie bei 175,20 ins Spiel. Unterstützungen würden die Analysten bei 173,66 und bei 172,87 lokalisieren. Darunter könnten Verluste bis zu den jüngsten Tiefs bei 172,08/11 folgen. (02.03.2021/alc/a/a)