Staatsanleihen: Ansturm auf Bundesanleihen


29.11.21 08:45
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Mit dem sprunghaften Anstieg der Risikoaversion ist es zu einem regelrechten Ansturm auf Bundesanleihen gekommen, berichten die Analysten der Helaba.

Die Renditen seien in den Keller gerauscht. Bundtitel mit 10-jähriger Laufzeit würden wieder unter -0,30% und damit mehr als 10 Bp. tiefer als Mitte letzter Woche rentieren. Zu einer massiven Ausweitung der Peripherie-Spreads sei es aber nicht gekommen. Die EZB sei bemüht, Risiken einer Fragmentierung zu reduzieren. So würden Vertreter der Notenbank immer wieder betonen, auch nach dem offiziellen PEPP-Ende flexibel agieren zu wollen, um die Transmission der Geldpolitik sicherzustellen. Nicht zu vergessen seien die Inflationssorgen. In diesem Zusammenhang sei auf die heute anstehenden, vorläufigen Verbraucherpreise in Deutschland hingewiesen. Hier zeichne sich ein weiterer Anstieg in der Jahresrate ab.

Am europäischen Primärmarkt bleibe es heute ruhig. Einzig das Schatzamt in Spanien wolle über das Volumen der am Donnerstag anstehenden Auktionen informieren. An dem Tag werde auch Frankreich mit zumeist mittel- bis langfristigen OATs aktiv. Italien plane in dieser Woche ebenfalls Auktionen und Deutschland stockt 5- und 7-jährige Papiere auf. Das Gesamtvolumen europäischer Anleihen steige in dieser Woche auf knapp 25 Mrd. EUR.

Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) habe sich deutlich erholt und die 100-Tagelinie, die heute bei 171,46 verlaufe, überwunden. Mit dem kräftigen Kursanstieg habe sich das Indikatorenbild aufgehellt. So sei es dem MACD gelungen, kurz vor Auslösen eines Verkaufsignals nach oben zu drehen. Auch das Kursmomentum steige in positivem Terrain wieder an. Insofern scheine die Gefahr eines erneuten Schwächeanfalls zunächst gebannt. Widerstände lokalisieren die Analysten der Helaba am jüngsten Hoch bei 172,57 und bei 172,76. Auf der Unterseite sei neben der 100-Tagelinie die am Freitag gerissene Kurslücke bei 171,06/171,14 zu erwähnen. Das Wohl und Wehe des Marktes hänge nun von der Einschätzung der Südafrika-Mutation ab. Eine Gegenbewegung sollte ins Kalkül gezogen werden. (29.11.2021/alc/a/a)