Schweiz: Wahrscheinlichkeit einer Leitzinssenkung nimmt zu


14.11.19 11:00
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Die Schweizer Industrie leidet unter dem starken Franken und der schwachen Konjunkturentwicklung bei wichtigen Außenhandelspartnern, insbesondere Deutschland, so die Analysten von Postbank Research.

Der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe habe sich zuletzt deutlich verbessert, weise aber immer noch auf eine leichte Kontraktion des Sektors hin. Das BIP-Wachstum dürfte mit 0,9% ggü. Vorjahr in diesem Jahr schwach ausfallen.

Die Inflation sei im Oktober auf -0,3% zurückgegangen und damit das erste Mal seit fast drei Jahren wieder in den negativen Bereich gefallen. Die Kerninflation liege bei nur noch 0,2%, sodass das Risiko einer deflationären Entwicklung gestiegen sei. Ursächlich für den Inflationsrückgang sei die vorangegangene Aufwertung des Schweizer Franken. 2019 dürfte die allgemeine Preissteigerungsrate mit 0,6% auf sehr moderatem Niveau verharren.

Die Wahrscheinlichkeit einer Leitzinssenkung in den kommenden Monaten habe zugenommen. Die Zentralbank habe den Spielraum für eine Reduzierung des mit -0,75 Prozent bereits stark negativen Leitzinses gerade erst ausgeweitet, in dem sie die Obergrenze für Überschussliquidität, die Schweizer Banken bei ihr zinsfrei anlegen dürften, angehoben habe.

Die Rendite Schweizer Staatsanleihen, die sich eng an den Bundrenditen orientiere, dürfte sich auf absehbare Zeit kaum verändern. Die Postbank erwarte die laufende Verzinsung zehnjähriger Schweizer Staatsanleihen in zwölf Monaten bei -0,50%. (Ausgabe November 2019) (14.11.2019/alc/a/a)