Schwedische Zentralbank plant Leitzinsanhebung gegen Ende des Jahres


04.07.19 11:45
Deutsche Bank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Seitdem die Schwedische Zentralbank Anfang 2015 erstmals den Leitzins in den negativen Bereich gesenkt hatte, hat die Schwedische Krone rund zwölf Prozent gegenüber dem Euro abgewertet, berichtet die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

Die schwache Schweden-Krone treibe dabei durch höhere Importpreise die Inflation, die bereits über dem Zielwert der Notenbank liege. Vor diesem Hintergrund sei es verständlich, dass die Währungshüter der Währungsschwäche mit einer restriktiveren Geldpolitik begegnen wollten und den Leitzins von derzeit -0,25 Prozent gestern nicht weiter gesenkt hätten. Um zukünftig auf einen Wirtschaftsabschwung effektiver reagieren zu können, plane die Zentralbank eine Anhebung des Leitzinses gegen Ende des Jahres.

Neben Norwegen stehe sie unter den Notenbanken der Industrieländer mit diesem Plan inzwischen allerdings alleine da. Während sich Norwegens Wirtschaft jedoch weiterhin robust präsentiere, habe sich der Konjunkturausblick für Schweden zuletzt verschlechtert. Sowohl im Dienstleistungssektor als auch im Verarbeitenden Gewerbe sei die Stimmung auf ein Sechsjahrestief gefallen und befinde sich damit an der Grenze zum Rezessionsniveau. Die Deutsche Bank geht daher nicht davon aus, dass sich Schwedens Zentralbank gegen den globalen Trend einer wieder expansiveren Geldpolitik stellen kann. (04.07.2019/alc/a/a)