Schweden: Die Geldpolitik bleibt locker - Negative Leitzinsen dennoch unwahrscheinlich


23.09.20 12:00
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - In Schweden stieg der Einkaufsmanagerindex für die Industrie von 51,4 Punkten im Juli auf 53,4 Punkte im August, so die Analysten von Postbank Research.

Das sei immerhin der höchste Wert seit 21 Monaten. Getrieben worden sei der Anstieg insbesondere vom wichtigen Teilindex für die Auftragseingänge. Die Erholung im schwedischen Industriesektor dürfte sich im dritten Quartal somit fortsetzen.

Zwar hätten höhere Strompreise zu einem Anstieg des von der Zentralbank präferierten Inflationsmaßes geführt, allerdings nur leicht von 0,5 auf 0,7 Prozent. Die Kernrate, die Energiepreise unberücksichtigt lasse, sei hingegen auf 1,4 Prozent zurückgegangen, was im Großen und Ganzen dem Fünfjahresdurchschnitt entspreche. Damit bleibe die Inflation in Schweden weiter hartnäckig niedrig.

Geldpolitisch dürfte die schwedische Volkswirtschaft daher gut gestützt bleiben. Denn der geringe Inflationsdruck biete den Währungshütern die Möglichkeit, ihre expansive Geldpolitik beizubehalten. Zwar habe sich Schwedens Notenbank die Möglichkeit für eine erneute Absenkung des Leitzinses in den negativen Bereich offengelassen, aufgrund der Vorbehalte vieler Zentralbanker gegenüber negativen Leitzins erscheine die Wahrscheinlichkeit hierfür allerdings gering.

Auf Sicht von sechs Monaten sollte der Wechselkurs EUR/SEK (10,41; Stand: 21.09.2020) auf 10,50 steigen, was einer leichten Abwertung der Schwedenkrone (SEK) entsprechen würde. (Ausgabe Oktober 2020) (23.09.2020/alc/a/a)