Schon wieder Südamerika


17.11.17 11:15
Baader Bank

Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Nicht nur Investoren, sondern auch die Bevölkerung Venezuelas sehnt sich zurück in die Zeit, als noch Hugo Chávez die Geschicke des südamerikanischen Staates lenkte, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.

Zu diesem Zeitpunkt sei zwar sicherlich auch nicht alles Gold gewesen, was glänze, aber zumindest habe die Bevölkerung von dem Reichtum des Landes profitieren können. Als aber im Jahre 2013 die Staatsführung an Nicolás Maduro übertragen worden sei, habe die Leidenszeit insbesondere der ärmeren Bevölkerungsschichten begonnen. Die Regierung Venezuelas habe über viele Jahre hinweg von den steigenden Preisen des "Schwarzen Goldes" profitiert und somit - in dem Bewusstsein, dass man eines der erdölreichsten Länder der Welt sei - keinerlei Bemühungen unternommen, diese Abhängigkeit zu mildern. Deshalb sei es nicht verwunderlich gewesen, dass der dramatische Öl-Preisverfall die Regierung in Caracas in finanzielle Nöte gebracht habe, und die Verschuldung an den internationalen Finanzmärkten bis auf fast 200 Mrd. USD angewachsen sei.

Jedoch habe Venezuela von dem wieder kräftig gestiegenen Ölpreis nicht profitieren können, da inzwischen die Förderung auf das niedrigste Niveau seit fast drei Jahrzehnten gefallen sei. Dies habe die Situation in dem hochverschuldeten Staat nochmals verschärft. Und so sei es gekommen, dass Venezuela vor der größten Staatspleite in der Wirtschaftsgeschichte stehe. Bisher habe Argentinien diese "Auszeichnung" für sich beanspruchen dürfen. Vor 16 Jahren sei es damals "nur" um 100 Mrd. USD gegangen und viele Privatinvestoren hätten mit argentinischen Anleihen schmerzliche Verluste erlitten.

Die politische Führung Venezuelas habe das wirtschaftlich schwer gebeutelte Land inzwischen weitgehend isoliert. Denn Kritiker im In- und Ausland würden Präsident Maduro vorwerfen, die Demokratie abschaffen und eine Diktatur errichten zu wollen. Infolgedessen hätten sowohl die EU als auch die USA Sanktionen gegen die venezolanische Regierung verhängt. Auf dieser US-Sanktionsliste stünden unter anderem die Namen von Venezuelas Vizepräsident El Aissami und Wirtschaftsminister Zerpa.

In einem am vergangenen Montag anberaumten Gespräch zwischen diesen Vertretern der Regierung und Gläubigern habe keine Einigung erzielt werden können, da erstens keine konkreten Pläne für eine Umschuldung vorgestellt worden seien und zweitens nur wenige Verhandlungspartner bereit gewesen seien, sich mit den beiden Regierungsvertretern - aus Angst vor Repressalien - an einen Tisch zu setzen. Lediglich mit Moskau, das sich bekanntlich mit US-Sanktionen auskenne, habe am Mittwoch eine erste Schulden-Umstrukturierung in Höhe von ca. 3 Mrd. USD vereinbart werden können. China, das Forderungen über 23 Mrd. USD an Venezuela habe, habe zwar keine Umschuldung angeboten, aber betont, wie normal die Zusammenarbeit in allen Bereichen verlaufe.

An den Finanzmärkten habe allerdings die drohende Staatspleite Venezuelas viele Spekulanten angelockt. Verantwortlich hierfür sei sicherlich die Hoffnung, dass sich Mut und Beharrlichkeit wie bei Argentinien lohnen würden. Jedoch sollte man immer bedenken, dass sich Geschichte nur selten wiederhole, und nur wenige Investoren mit Argentinienbonds wirklich Geld verdient hätten. Zu lange habe gestritten werden müssen, und nur die involvierten Hedgefonds hätten die Lösung ermöglicht. Darüber hinaus seien die Bonds an den Finanzmärkten immer noch mit Stückzinsen gehandelt worden. Dies bedeute, dass der Käufer dem Verkäufer die aufgelaufenen Zinsen zahle, unabhängig davon, ob er sie später bekommen werde oder nicht.

Da am Dienstag bei zwei Anleihen (ISIN USP97475AN08 / WKN A1ANQ2 und ISIN USP97475AP55 / WKN A1ANQ3) Venezuelas der "Technische Default" festgestellt worden sei, und infolgedessen die Ratingagenturen Standard & Poor's und Fitch den Zahlungsverzug bzw. begrenzten Zahlungsausfall verkündet hätten, sei an verschiedenen Börsen vorübergehend der Handel in diesen Anleihen - aus Gründen des Anlegerschutzes - ausgesetzt worden. An anderen Börsenplätzen sei die Art der Notierung von "clean" auf "dirty" umgestellt worden. Risikobewusste Anleger sollten sich somit stets vor einer Ordererteilung in Venezuela-Bonds sachkundig machen, welche Art der Notierung an dem entsprechenden Handelsplatz zugrunde liege. Denn der alleinige Vergleich der Börsenpreise sei nicht aussagekräftig!

Mit Engelszungen hätten europäische Wirtschaftsvertreter auf Theresa May eingeredet, um der britischen Premierministerin klarzumachen, wie teuer ein ungeregelter EU-Austritt ihres Landes werden würde. Man erwarte bis zum nächsten EU-Gipfel Mitte Dezember von der Londoner Regierung Ergebnisse, habe der Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Steffen Kampeter, gesagt. Aber das klinge schon wie das Pfeifen im Walde, würden viele Unternehmen doch schon Notfallpläne für den Fall eines harten Brexits vorbereiten. Kein Wunder also, dass das Thema Brexit für zahlreiche Volkswirte inzwischen zu einem zentralen Risiko für die europäische Wirtschaft 2018 geworden sei.

Die Überzeugung, dass ein Brexit ohne Deal für die Wirtschaft fatal wäre, eine die 15 Wirtschaftsverbände, die unter anderem aus Frankreich, Irland, Schweden und Deutschland nach London gekommen seien. Allein auf die deutsche Automobilindustrie würden Zölle in Höhe von jährlich 2,35 Mrd. Euro zukommen. Hinzu komme die Sorge der Arbeitgeber, welchen legalen Status ihre Mitarbeiter in Großbritannien im Falle eines ungeregelten Ausstiegs nach dem März 2019 wohl hätten. Und weil die Verhandlungspartner aus Brüssel und London nicht vorankämen, würden die Unternehmen nun auf Übergangsregeln drängen, sollte es hart auf hart kommen.

Wegen der stockenden Verhandlungen habe Brüssel der Regierung in London vergangene Woche eine Zwei-Wochen-Frist für Zugeständnisse gesetzt. Gebe es bis dahin keine Grundsatzeinigung, werde man im Dezember nicht wie geplant mit den Gesprächen über die künftigen Beziehungen starten können. Dann aber wäre auch klar, dass die ohnehin schon knappe Zeit für ein Austrittsabkommen noch knapper werden würde. Brüssel beharre zu Recht darauf, zuerst die britischen Finanzverpflichtungen nach mehr als 40 Jahren EU-Mitgliedschaft, den künftigen Status der nordirisch-irischen Grenze sowie Garantien für Millionen EU-Bürger in Großbritannien zu klären.

Ein Riesenproblem bei den Verhandlungen sei auch die Kakophonie im britischen Kabinett und der konservativen Partei. May, die mit Brexit-Minister David Davis die Verhandlungen führe, verliere in ihrer Partei zunehmend an Rückhalt. Vierzig Abgeordnete der regierenden Tories seien bereit, ihr das Misstrauen auszusprechen. Damit würden nur noch acht Unterzeichner fehlen, um eine Neuwahl an der Parteispitze zu erzwingen.

Und glaube man einem Medienbericht, so hätten zwei ihrer Minister in einem geheimen Brief May aufgefordert, notfalls einen "harten Brexit" durchzuziehen. Außenminister Boris Johnson und Umweltminister Michael Gove, die im Wahlkampf beide für den Brexit getrommelt hätten, hätten gefordert, dass alle Übergangsregelungen nach einem Austritt aus der EU spätestens am 30. Juni 2021 enden müssten. Was solle mit solchen markigen Worten demonstriert werden - Entschlusskraft oder Stärke gar? Wann würden sich solche Herren einmal mit den Folgen für die Volkswirtschaft auseinander setzen? Vielleicht finde eine solche Debatte ja im Parlament statt, wenn die Abgeordneten über ein künftiges Brexit-Abkommen abstimmen sollten. Ob dann noch die Sachargumente zum Tragen kämen, dürfe allerdings bezweifelt werden!

Alexis Tsipras gebe den Weihnachtsmann. Rechtzeitig zum Christfest wolle der griechische Ministerpräsident die Bedürftigen seines Landes mit einem Sozialpaket in Höhe von 1,4 Mrd. Euro bedenken. Dessen Finanzierung werde möglich, weil der Überschuss im Staatshaushalt über den 1,75% liege, welchen die internationalen Gläubiger von Griechenland gefordert hätten.

Damit zahle Athen zum zweiten Mal in Folge ärmeren Rentnern und Familien sowie Arbeitslosen im November und Dezember eine zusätzliche Unterstützung aus. Insgesamt sollten die Gelder etwa 3,4 Millionen Menschen zugute kommen. Je besser die Finanzlage des Landes werde, desto mehr Unterstützung erhielten diejenigen, die es am nötigsten hätten, so Tsipras. Jetzt möge man nicht daran zweifeln, dass in Griechenland viele Menschen durchaus bedürftig seien. Dennoch könne man sich des Verdachts nicht erwehren, dass die Zahlungen eine Reaktion auf Tsipras schlechte Umfragewerte sein könnten und somit hafte dem Ganzen ein "Gschmäckle" an.

Gleichzeitig mühe sich das Land, das immer noch eine Schuldenquote von 179% des Bruttosozialprodukts aufweise, um eine routinemäßige Rückkehr an die Kapitalmärkte. Bereits im Juli habe Athen eine fünfjährige Anleihe erfolgreich begeben. Die seit Wochen immer wieder ins Spiel gebrachte Umstrukturierung von 20 Anleihen über insgesamt knapp 30 Mrd. Euro auf vier bis fünf Tranchen sei am letzten Mittwoch endlich Gewissheit geworden. Die neuen Bonds sollten eine Laufzeit von fünf bis 25 Jahren haben und die Zinssätze würden je nach Laufzeit zwischen 3,5% und 4,2% variieren. Damit sollten griechische Staatsanleihen wieder handelbarer gemacht werden.

Darüber hinaus solle es bis August 2018 zwei oder drei weitere Emissionen über 6 Mrd. Euro geben, um mit deren Erlös zusammen mit dem Rettungsfonds ESM einen Finanzpuffer von 15 Mrd. Euro aufzubauen. Dies alles solle der Beruhigung der Finanzmärkte und der künftigen Normalisierung der Kapitalbeschaffung dienen.

Eine Voraussetzung dafür sei aber auch ein gutes Abschneiden der griechischen Banken bei dem im Februar anstehenden Stresstest. Mit einer durchschnittlichen Kernkapitalquote von 17% würden die Institute zwar als gut kapitalisiert gelten, aber kritisch zu sehen sei die Höhe fauler Kredite - mit rund der Hälfte aller ausgereichten Darlehen sei dies eine enorme Quote!

Überraschend stark habe sich die deutsche Wirtschaft im dritten Quartal 2017 präsentiert. Steigende Exporte und höhere Investitionen hätten das Bruttoinlandsprodukt (BIP) von Juli bis September um 0,8% wachsen lassen. Im Vergleich zum Vorjahresquartal habe es einen Wachstumsschub von 2,3% gegeben. Dabei profitiere Europas größte Volkswirtschaft von einer verbesserten Weltkonjunktur und dem Aufschwung in der Euro-Zone. Kein Zweifel, die deutsche Wirtschaft befinde sich im Höhenflug - und zwar seit 13 Quartalen in Folge. Und wenn es nach den meisten Experten gehe, werde der Boom auch 2018 anhalten.

Dafür würden günstige Rahmenbedingungen wie niedrige Zinsen, eine geringe Teuerungsrate und eine entsprechend hohe Kaufkraft der Verbraucher sorgen. Mit 1,6% im Oktober sei die Inflation unter dem Zielwert der EZB von knapp 2% geblieben.

Der Aufschwung habe nun auch auf das restliche Europa übergegriffen. So sei das BIP in den 19 Euroländern im 3. Quartal um 0,6% geklettert. Besonders erfreulich sei dabei die Entwicklung in den bisher schwächelnden Volkswirtschaften. So habe auch Spanien ein Wachstum von 0,8% geschafft, während Frankreich und Italien um jeweils 0,5% hätten zulegen können. Spanien sei damit wieder auf dem Niveau von vor der Finanzmarktkrise angekommen, während Italien immer noch hinterherhinke. Allerdings sei ein Wachstum von 0,5% für Italien ein gutes Ergebnis, da das Land zu normalen Zeiten eine solche Quote meist nur im ganzen Jahr geschafft habe. Aber natürlich dürfe man nicht vergessen, von welch niedrigem Niveau man komme.

Der Aufschwung in Euroland habe also nun an Breite gewonnen und selbst Nachzügler auf Trab gebracht. Das steilste Wachstum innerhalb der Euro-Zone habe übrigens Lettland mit 1,5% hingelegt, während für Griechenland, das immer noch am Finanztropf seiner Europartner hänge, zunächst noch keine Daten von Eurostat vorgelegen hätten.

Der Bundesverband deutscher Banken (BdB) werde nicht müde, vor der Einführung einer europäischen Einlagensicherung zu warnen. Denn noch immer würden die Pläne der EU-Kommission die große Gefahr bergen, dass deutsche Sparer für marode europäische Institute haften müssten, die in ihrem Kern als unsolide gelten würden. Aus diesem Grund sei es angesagt, die Risiken in den einzelnen Bankensektoren zunächst zu reduzieren. In einem ersten Schritt müssten erst einmal die nationalen Einlagensicherungssysteme und das Schutzniveau vollständig harmonisiert werden. Erst dann könne der nächste Schritt erfolgen. Geschehe dies nicht, laufe man nach Überzeugung des Verbandes Gefahr, das Vertrauen der Bankkunden in Deutschland aufs Spiel zu setzen. Und Vertrauen sei ja bekanntlich das höchste Gut in einer Bank-Kunden-Beziehung.

Aber auch die zunehmende Regulierung und die damit einhergehende ausufernde Bürokratie würden den Geldhäusern zu schaffen machen. Dazu trage aktuell die neue Finanzmarkt-Richtlinie der Europäischen Union (EU), MiFID II, bei. Diese regele viele sinnvolle Dinge, aber das Prinzip der Verhältnismäßigkeit werde teilweise mit Füßen getreten, habe BdB-Präsident Walter Peters unlängst klargemacht.

Um die weitere Belastung durch die Niedrigzinsphase etwas zu reduzieren, habe der Verband nun vorgeschlagen, einen Freibetrag für die Überschussliquidität der Banken bei der EZB und eine Halbierung des negativen Einlagenzinses in Höhe von bislang 0,4% einzuführen. Noch besser wäre es, die EZB würde ihren für 2018 angedeuteten Kurswechsel entschlossener durchführen. Die anziehende Konjunktur in Euroland sowie die sich aufbauenden Risiken würden dies allemal rechtfertigen.

In etwas mehr als fünf Wochen sei Weihnachten und die Kinder würden bereits fleißig überlegen, was sie alles auf den Wunschzettel schreiben könnten. Die Spannung steige somit zunehmend. Auch am Markt für Corporate Bonds sei in diesen Wochen besonders viel los und einige Unternehmen würden bereits jetzt ihre Weihnachtsoffensive starten. So hätten sich mit British Telecommunications, Toyota Motor Credit, PostNL und Ferrari gleich vier in der Branche bekannte Unternehmen am Kapitalmarkt refinanziert.

Den Auftakt habe British Telecommunications mit einem 1,1 Mrd. Euro schweren Bond (ISIN XS1720922175 / WKN A19SLK) gemacht, der am 21.11.2024 fällig werde. Die Anleihe sei mit einem jährlichen Zins von 1% ausgestattet und zu 99,263% begeben worden, was einem Emissionsspread von +62 Bps über Mid Swap gleichgekommen sei. Der britische Telekommunikationsdienstleister habe sich eine Make Whole Option sowie ein Kündigungsrecht am 21.08.2024 zu 100% in die Emissionsbedingungen aufnehmen lassen. Die Mindeststückelung sei auf 100.000 Euro festgelegt worden.

Toyota Motor Credit habe dabei die Investoren mit zwei Anleihen und einer Mindeststückelung von je 100.000 Euro erfreut. Insgesamt habe der Automobilhersteller aus den USA 1,2 Mrd. Euro platziert. Der 4-jährige Bond (ISIN XS1720639779 / WKN A19SLA) sei am 21.07.2021 fällig und als Zerobond begeben worden. Emittiert worden sei zu 99,81%, was einem Spread von +3 Bps über Mid Swap gleichgekommen sei. Die zweite Tranche (ISIN XS1720642138 / WKN A19SLB) mit Fälligkeit am 21.11.2024 zahle dem Investor jährlich 0,625% Zinsen. Der Reoffer habe bei 99,727% (+17 Bps über Mid Swap) gelegen.

Als dritter im Bunde habe der niederländische Postdienstleister PostNL einen 7-jährigen Bond (ISIN XS1709433509 / WKN A19SFZ) mit einem Emissionsvolumen von 400 Mio. Euro aufgelegt. Fällig sei das Papier am 21.11.2024. Der Dienstleister mit Hauptsitz in Den Haag zahle für die Aufnahme des Kredits am Bondmarkt 1% Zinsen p.a. an die Investoren. Der Emissionspreis habe sich auf 99,987% belaufen, was einem Spread von +50 Bps über Mid Swap entsprochen habe. PostNL habe sich eine Make Whole Option in die Anleihebedingungen aufnehmen lassen und die Mindeststückelung auf 100.000 Euro festgelegt. Des Weiteren sei der Bond seitens des Emittenten am 21.08.2024 zu 100% kündbar.

Zu guter Letzt reihte sich der Arbeitgeber des deutschen Formel 1 Fahrers Sebastian Vettel - Ferrari - ein und begab eine Anleihe (A19SDD) mit einem Volumen von 700 Mio. Euro. Der italienische Automobilhersteller aus Maranello stattete den Bond mit einem Zins von 0,25% aus, welcher bis zur Fälligkeit am 16.01.2021 jährlich gezahlt werde. Emittiert wurde zu 99,557% (+45 Bps über Mid Swap). Die Anleihe ist ebenfalls mit einer Make Whole Option und einer Mindeststückelung von 100.000 Euro ausgestattet.

Die in dieser Woche abgehaltene Konferenz "Central Bank Communications" der führenden Notenbanker habe anscheinend die Gemüter der besorgten Rentenhändler wieder etwas beruhigen können. So sei von den Chefs der Zentralbanken der wichtigsten Industriestaaten immer wieder betont worden, dass die Transparenz in geldpolitischen Fragen in Zukunft sogar noch ausgebaut werden solle. Somit sei nach Ansicht der Marktteilnehmer ein hinreichendes Frühwarnsystem installiert, was Investoren auf dem ermäßigten Niveau wieder habe zugreifen lassen.

Noch in der vergangenen Woche sei mit 163,63% ein neues Hoch im Dezember-Kontrakt erreicht worden und Gewinnmitnahmen sowie Absicherungsmaßnahmen hätten das Sorgenbarometer Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) am Dienstag sogar bis auf 161,91% abstürzen lassen. Jedoch habe die psychologische Marke von 162% nicht nachhaltig unterschritten werden können, was zu einer 66%igen Gegenreaktion (163,06%) geführt habe, die fast punktgenau erreicht worden sei.

Dennoch dürfe auch in den kommenden Tagen ein Test der Unterstützungslinie bei 162,43% nicht ausgeschlossen werden. Mit dem Durchbrechen dieser "Leitplanke" wäre sogar ein erneuter Test des Bereichs um 162% und ein Rücksetzer bis auf ca. 161,77% möglich. Nach oben blickend würden die Widerstandslinien in der Nähe von 163,06% und 163,40% verlaufen. Am Donnerstag habe der Euro-Bund-Future bei 162,65% notiert.

In dieser Handelswoche seien in den USA lediglich die üblichen T-Bills mit einer Laufzeit von vier Wochen sowie drei und sechs Monaten im Gesamtvolumen von 128 Mrd. USD aufgelegt und die 10-jährigen TIPS um 11 Mrd. USD aufgestockt worden.

In der Eurozone habe Italien am Tag vor dem Scheitern ihrer Fußball-Nationalmannschaft noch die Investoren mit der Aufstockung diverser Altemissionen erfreut, bevor am Dienstag die Niederlande (ISIN NL0012171458 / WKN A19C29, 2027) aktiv geworden seien. Taggleich und zur Wochenmitte habe Deutschland mit zwei Emissionen Material zur Verfügung gestellt. Zum einen sei eine neue 2-jährige Bundeschatzanweisung (ISIN DE0001104701 / WKN 110470) im Volumen von 5 Mrd. Euro und zum anderen weitere 3 Mrd. Euro in der aktuellen 10-jährige Benchmark-Anleihe (ISIN DE0001102424 / WKN 110242) im Tenderverfahren angeboten worden.

Hierbei seien für die kurzen Titel insgesamt Käufe von ca. 6,1 Mrd. Euro aufgegeben worden und die Zuteilung sei bei einer Durchschnittsrendite von -0,71% erfolgt. Zur Marktpflege sei allerdings fast 1 Mrd. Euro zurückbehalten worden. Die Anleihe mit Fälligkeit in 2027 hingegen sei technisch unterzeichnet gewesen, da lediglich Kaufinteresse für nominal 2,97 Mrd. Euro bekundet worden sei. In diesem Fall seien 525 Mio. Euro zur Marktpflege umgebucht worden und die zugeteilte Durchschnittsrendite habe sich auf 0,36% belaufen.

Den Schlusspunkt unter eine Woche ohne Rückzahlung, aber mit Neuemissionen für ca. 26 Mrd. Euro, hätten gestern Spanien (ISIN ES00000128X2 / WKN A19JJJ, 2021; ISIN ES0000012A97 / WKN A19P6R, 2022; ISIN ES0000012A89 / WKN A19KVL, 2027; ISIN ES00000128E2 / WKN A181RK, 2066) und Frankreich mit drei Straight Bonds (ISIN FR0010854182 / WKN A1AS9F, 2020; ISIN FR0013283686 / WKN A19PMK, 2023; ISIN FR0012517027 / WKN A1ZVTR, 2025) sowie drei Linkern (ISIN FR0013140035 / WKN A18Y73, 2021; ISIN FR0011427848 / WKN A1HGEZ, 2024; ISIN FR0013209871 / WKN A18675, 2047) gesetzt.

In der vergangenen Woche habe der Euro eindeutig das Nachsehen zu seinem Pendant aus den USA gehabt. Diese Woche sehe es wiederum ganz anders aus. Wie so oft gelte die Devise, die Börse sei keine Einbahnstraße.

Die Verluste der jüngeren Vergangenheit habe der Euro in den vergangenen Handelstagen gänzlich wettmachen können und sei auf ein neues Monatshoch bei 1,1861 USD gestiegen. In der Vorwoche habe er zeitweise noch bei 1,1554 USD und damit so schwach wie vor gut drei Monaten gehandelt. Starke BIP-Zahlen für Deutschland und auch für Italien hätten die europäische Gemeinschaftswährung beflügelt. Die Hängepartie um die geplante US-Steuerreform wirke sich ebenfalls belastend auf den US-Dollar aus. Somit präsentiere sich die Einheitswährung derzeit allgemein stark und habe gestern Morgen weiterhin gut behauptet bei ca. 1,1790 USD notiert.

Eine wahre Berg- und Talfahrt sei beim Pfund-Sterling zu beobachten. Die Brexit-Verhandlungen sowie die aktuelle politische Situation würden die Währung immer wieder aufs Neue unter Abgabedruck bringen. Habe das Pfund Anfang November noch bei Kursen von 0,8733 GBP kurz durchatmen können, gehe der Währung Großbritanniens jetzt wieder die Luft aus. Zur Stunde handle der Euro knapp unterhalb der psychologisch wichtigen Marke von 0,90 GBP.

Enttäuschende Daten zur Lohnentwicklung und damit sinkende Aussichten auf steigende Zinsen hätten den Australischen Dollar (AUD) ebenfalls auf Talfahrt geschickt. Davon habe der Euro profitieren können und sei kurzzeitig über die Marke von 1,56 AUD und damit auf den höchsten Stand seit Mai 2016 gestiegen.

Zu den favorisierten Währungsanleihen hätten in der vergangenen Berichtswoche Bonds lautend auf US-Dollar, Australische Dollar, Türkische Lira und vereinzelt auch auf Südafrikanische Rand sowie Russische Rubel gezählt.

Disclaimer

Die Baader Bank AG ist eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten.

Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich.

Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten. (17.11.2017/alc/a/a)





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