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Russland: Zinsfrage vertagt


11.02.19 14:00
Deutsche Bank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Zwar ist in Russland die Inflation zuletzt gesunken, von Verhältnissen wie in der Schweiz ist das Land jedoch weit entfernt, so die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

Während Russland vor vier Jahren noch mit Inflationsraten von beinah 17 Prozent gekämpft habe, habe die Preissteigerung im Januar im Vorjahresvergleich bei fünf Prozent und damit leicht unter den Erwartungen gelegen. Vor allem die Kerninflation sei mit 4,1 Prozent niedriger ausgefallen als angenommen. Die zu Jahresbeginn in Kraft getretene Mehrwertsteueranhebung von 18 auf 20 Prozent scheine sich weniger stark auf die Preise durchgeschlagen zu haben als befürchtet. Dies liege auch daran, dass es den Unternehmen bei der derzeit schwachen Nachfrage schwer falle, die Steuer an die Kunden weiterzugeben. Nach der letzten Leitzinsanhebung der Währungshüter im Dezember 2018 auf 7,75 Prozent hätten sich diese noch offen für weitere Zinsschritte gezeigt. Aufgrund der neuesten Entwicklungen sei es am vergangenen Freitag aber wie erwartet zu keiner Zinsänderung gekommen. Unaufgeregt notiere der Rubel im Wochenverlauf gegenüber dem Euro leicht im Plus und habe nach der Notenbanksitzung um 0,4 Prozent aufgewertet. Liege die Preissteigerung aber im März wieder über der Zielmarke von vier Prozent, könnte sich die Zinsfrage erneut stellen. (11.02.2019/alc/a/a)