Russische Zentralbank signalisiert Leitzinssenkung


30.04.19 11:45
Deutsche Bank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Dass die Russische Zentralbank vergangenen Freitag den Leitzins bei 7,75 Prozent beließ, wurde allseits erwartet, berichtet die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

Interessanter sei da schon die Einschätzung der Notenbank zur aktuellen wirtschaftlichen Lage gewesen. Die Währungshüter hätten festgestellt, dass sich die Teuerungsrate derzeit unter dem von ihnen vorhergesagten Niveau befinde. Gleichzeitig würden sie von einem sinkenden Inflationsrisiko ausgehen. Durch die aktuelle Rubel-Stärke könnten Waren im Ausland günstiger erworben werden, was das Preisniveau in Russland dämpfe. Mit nennenswertem Preisdruck durch die Mehrwertsteuererhöhung im Januar sei nach ihrer Einschätzung nicht zu rechnen. Die Notenbank gehe daher davon aus, dass die Teuerungsrate ihren Höhepunkt bereits im März erreicht habe und im weiteren Jahresverlauf abnehmen werde. Mit dem Erreichen der Inflations-Zielmarke in Höhe von vier Prozent werde im ersten Halbjahr 2020 gerechnet.

Konsequenterweise habe die Zentralbank mögliche Leitzinssenkungen im dritten und vierten Quartal angekündigt. Der Markt preise jetzt eine Absenkung des Leitzinses bis auf 7,0 Prozent per Jahresende ein. Niedrigere Zinsen könnten dem Höhenflug des Rubels einen Dämpfer versetzen. Am Freitag habe er gegenüber dem Euro 0,7 Prozent verloren, die Schwäche am Montag aber bereits wieder ausgleichen können. (30.04.2019/alc/a/a)