Rentenmarkt: Kurve agbeflacht


23.05.22 08:49
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Zuletzt haben Konjunktur- und Zinssorgen das Geschehen an den Finanzmärkten dominiert und für eine erhöhte Volatilität gesorgt, so die Analysten der Helaba.

Die Aktienmärkte seien zeitweise deutlich unter Druck gekommen und die ITRAXX-Indices hätten zugelegt. Gesucht seien hingegen sichere Anlagehäfen wie der Schweizer Franken gewesen. Aber auch Staatsanleihen hätten ihre Schwächephase überwinden können. Zwar sei es zum Ende der letzten Woche zu einer rückläufigen Risikoaversion gekommen, Unsicherheitsfaktoren gebe es aber weiterhin und mit Blick auf das heute anstehende ifo Geschäftsklima Deutschland oder die morgen anstehenden Einkaufsmanagerindices könnten Sorgen vor einer Abschwächung der konjunkturellen Dynamik wieder zunehmen.

Zinsspekulationen einerseits und Konjunktursorgen andererseits würden zu einer Verflachung der Renditestrukturkurve beitragen. Der Spread zwischen Bundesanleihen mit 10- und 2-jähriger Laufzeit habe sich binnen zwei Wochen um annähernd 30 BP auf zeitweise unter 60 BP eingeengt. Auch der 30/10-Spread werde im Trend enger. Auffällig bei den 10-jährigen Bundrenditen sei, dass die Marke von 1,0% nicht dauerhaft überwunden werden könne. Ausflüge darüber seien nur von kurzer Dauer, ähnlich wie bei der 3%-Marke und den US-Anleihen mit 10-jähriger Laufzeit.

Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) habe sich zuletzt zwar erholen können, von einer Trendwende könne bislang aber nicht gesprochen werden. Dafür wären Kurse oberhalb des Bereichs 156,00/24 vonnöten. Immerhin habe sich die Indikatorenlage aufgehellt und der kräftig sinkende und auf einem sehr niedrigen Niveau liegende ADX lasse darauf schließen, dass der seit Anfang März zu beobachtende Abwärtsimpuls keine Kraft mehr besitze.

Der rückläufige Renditevorteil der USA gegenüber der Eurozone habe den Euro zu einer Stabilisierung verholfen, ebenso wie die etwas größer werdenden Konjunktursorgen in den USA sowie die nachlassende Risikoaversion. Die 21-Tagelinie habe bereits überwunden werden können. Die nächste Hürde sei bei 1,0640 USD zu finden. Entscheidend sei aber der Bereich 1,0785/90 in Form des 38,2%-Retracements der Abwärtsbewegung seit Mitte Februar und der 55-Tagelinie. Unterstützungen seien unverändert bei 1,0460/70 und 1,0340 USD zu finden. (23.05.2022/alc/a/a)





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Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
148,595 148,7502 -0,1552 -0,10% 01.01./01:00
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE0009652644 965264 177,61 140,80