Rentenmarkt: Italien sorgt für Unruhe


18.05.18 10:15
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Populisten in Italien sorgen für Verunsicherung und treiben die Renditen der Peripherieländer in die Höhe, so Ulrich Wortberg von der Helaba.

Demgegenüber könne sich der deutsche Rentenmarkt stabil präsentieren. Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) habe zwischenzeitlich zugelegt und die 100-Tagelinie, die heute bei 157,83 verlaufe, sei bislang noch nicht nachhaltig unterschritten worden. Dies könne zwar positiv hervorgehoben werden, dennoch würden technische Risiken dominieren. Intakte Verkaufssignale, ein schwaches Kursmomentum und der niedrige und weiter sinkende ADX würden vor Optimismus mahnen. Weitere Unterstützungen lokalisieren die Analysten der Helaba bei 157,61 und 157,43.Widerstände seien an der 21-Tagelinie bei 158,51, bei 159,25 und bei 159,42 zu finden. Die Trading-Range werde von 157,43 bis 158,38 gesehen.

Marktteilnehmer seien mit Blick auf die Regierungsbildung in Italien in erhöhter Alarmbereitschaft. Zwar hätten sich die Fünf Sterne und Lega vom Schuldenerlass in Höhe von 250 Mrd. EUR distanziert, die Ausgabenbereitschaft der Koalitionäre sei aber hoch und die Schuldenproblematik des Landes sowie der gesamten Eurozone ins Bewusstsein der Investoren zurückgekehrt. Dies sorge für einen Anstieg der Renditen. Vor allem italienische Bonds stünden unter Druck. Zehnjährige BTPs würden inzwischen bei rund 2,15% rentieren und damit etwa 30 Bp höher als noch am Anfang dieser Woche. Anleihen anderer EWU-Peripherieländer würden in Mitleidenschaft geraten, was an den steigenden Risikoprämien abzulesen sei. Die gestrigen SPGB-Auktionen seien aber gut verlaufen. Die Papiere seien stark nachgefragt gewesen und das Gesamtvolumen habe mit 5,05 Mrd. EUR oberhalb der Zielspanne gelegen. (18.05.2018/alc/a/a)