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Rentenmärkte weltweit: Aufschläge in den Risikomärkten


09.08.18 11:45
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Europäische Staatsanleihen starteten freundlich und legten zunächst leicht zu, so die Experten von Union Investment.

Peripherieanleihen seien gefragt geblieben, da sich die Situation in Italien auf einem deutlich erhöhten Renditeniveau stabilisiert habe. Die als sicher geltenden Papiere aus Deutschland hätten von einer weiteren Eskalation im Handelsstreit mit den USA profitiert. Darüber hinaus habe US-Präsident Trump bei vielen Staatschefs für Unmut gesorgt. Auf seiner Europareise habe er sich bei strittigen Themen wenig kompromissbereit gezeigt und die diplomatischen Beziehungen einer harten Bewährungsprobe unterzogen.

Anleger hätten sich in diesem Umfeld verunsichert gezeigt. Im weiteren Monatsverlauf seien die Investoren aber wieder risikobereiter geworden, da sich die Lage im Handelsstreit etwas entspannt habe. Die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen hätten daraufhin die Marke von 0,4 Prozent überschritten. In Summe hätten europäische Staatsanleihen im Juli, gemessen am iBoxx Euro Sovereign Index, einen Verlust von 0,3 Prozent hinnehmen müssen.

Der US-Rentenmarkt habe sich in der ersten Monatshälfte in ruhigen Bahnen bewegt. Gute Konjunkturdaten hätten für eher steigende Renditen gesprochen. Neuerliche Diskussionen um mögliche Handelsbeschränkungen hätten Anleger aber zugleich auch vorsichtig agieren lassen und somit zu einer großen Nachfrage nach US-Staatstiteln geführt. Beide Einflussfaktoren hätten sich in etwa die Waage gehalten, sodass es zu nur geringen Kursbewegungen gekommen sei.

In der zweiten Monatshälfte habe sich die Situation um den Welthandel etwas entspannt und risikoreichere Anlageformen hätten wieder größere Zustimmung gefunden. US-Schatzanweisungen hätten in diesem Umfeld Verluste hinnehmen müssen. Die Rendite für zehnjährige Papiere sei wieder bis auf knapp drei Prozent angestiegen. Gemessen am JP Morgan Global Bond US-Index hätten US-Schatzanweisungen daher im Juli 0,5 Prozent an Wert verloren.

Europäische Unternehmensanleihen hätten auf Indexebene (iBoxx Euro Sovereign) freundlich tendiert und leicht zugelegt. Nach einer längeren Schwächephase sei es bei Anleihen aus den Schwellenländern zu einer kräftigen Gegenbewegung von 2,5 Prozent (JP Morgan EMBI Global Div.-Index) gekommen. Aufgrund der guten konjunkturellen Lage würden die Experten von insgesamt weiter leicht steigenden Renditen ausgehen. (Ausgabe Juli 2018) (09.08.2018/alc/a/a)