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Rentenmärkte Euro-Outs: Türkische Anleihen bleiben unter Druck


09.08.18 10:45
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die europäischen Rentenmärkte außerhalb des gemeinsamen Währungsraumes blicken auf einen vergleichsweise ruhigen Handelsmonat zurück, so die Experten von Union Investment.

Die Renditeveränderungen im Monatsvergleich seien eher gering gewesen. Tendenziell hätten Staatsanleihen von Ländern mit besserer Bonität wie Norwegen, Schweden, das Vereinigte Königreich und die Schweiz leichte Kursverluste hinnehmen müssen. Schuldverschreibungen aus Polen und Ungarn hätten hingegen zugelegt. In Ungarn habe zusätzlich auch der Forint rund drei Prozent aufgewertet.

Große Verluste habe es hingegen abermals in der Türkei gegeben. Die Diskussion um die Unabhängigkeit der Notenbank habe sich fortgesetzt. Mit Blick auf die extrem hohen Teuerungsraten seien zuletzt drastische Zinsschritte notwendig geworden. Da ein solches Zinsniveau wohl aber deutlich zulasten des Wachstums gehen dürfte, sei dieses Präsident Erdogans ein Dorn im Auge. Fraglich sei, wie stark er die Notenbankpolitik beeinflussen werde. Die Tatsache, dass nun sein Schwiegersohn den Posten als Finanzminister in seinem neuen Kabinett übernommen habe, trage jedenfalls nicht zur Vertrauensbildung bei.

Türkische Anleihen mit zehnjähriger Laufzeit hätten im Monatsvergleich mehr als 200 Basispunkte höher rentiert. Parallel hierzu habe die Türkische Lira um fast sieben Prozent abgewertet. Ein positiver Nebeneffekt der Währungsabwertung sei die Rückkehr zahlreicher Touristen, für die der Türkei-Urlaub immer billiger werde. Trotz der Inhaftierung zahlreicher Regimekritiker sei die Attraktivität bei deutschen Urlaubern deutlich gestiegen. Im ersten Halbjahr 2018 seien 1,6 Millionen Deutsche in die Türkei gereist, 25 Prozent mehr als noch 2017. Für das Gesamtjahr rechne das Land mit einer Rekordbesucherzahl von 40 Millionen ausländischen Gästen. (Ausgabe Juli 2018) (09.08.2018/alc/a/a)