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Renten: Zuversicht im Handelskonflikt lässt Renditen höher tendieren


12.11.19 10:45
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Die Renditen der Benchmarkanleihen tendierten zu Beginn dieser Woche höher als zum Vorwochenstart: Die Verzinsung zehnjähriger deutscher Bunds notierte kurzzeitig bei über -0,25%, die Rendite amerikanischer Treasuries mit gleicher Laufzeit zog auf sogar über 1,90% an, so die Analysten der Nord LB.

Der transatlantische Renditespread zehnjähriger Benchmarkanleihen sei etwas auseinandergelaufen auf knapp 215 Basispunkte. Die Zinskurve (10J minus 2J) in den USA weise einen Spread von unveränderten 17 Basispunkten auf. Bei den europäischen Benchmarkanleihen liege der gleiche Term Spread bei ebenfalls wenig veränderten 30 Basispunkten.

Eine deutlich gestiegene Zuversicht hinsichtlich des derzeit dominierenden Themas Handelskonflikt zwischen den USA und China hätten weiteren deutlichen Druck auf die Kurse der Benchmarkanleihen ausgeübt. Meldungen über einen bald bevorstehenden Durchbruch bei den Verhandlungen für eine (Teil-)Einigung im Handelskonflikt hätten für Bewegung aus den sicheren Assetklassen gesorgt. Die Unterschriftsreife des Handelsvertrages sei aber weiterhin noch nicht gegeben, sodass auch in den kommenden Tagen vermutlich noch Unsicherheit herrschen dürfte. Irritationen von US-Präsident Donald Trump zum Wochenschluss hätten die Fragilität einmal mehr offenbart.

Weiter werde abzuwarten sein, wie sich Washington und Peking in den nächsten Wochen verhalten würden. Immerhin seien aber die Diskussionen im Handelsstreit "weit fortgeschritten" für die "1. Phase" eines Handelsdeals, sodass ein komplettes Scheitern wohl vermieden werden sollte. Ansonsten bleibe für die Rentenmärkte auch das zweite politische Thema - der Brexit - auf der Agenda, wenngleich dieses bis zu den Neuwahlen am 12. Dezember zunächst auf etwas niedrigerer Flamme glühen sollte. Zum Wochenschluss gelte es dann noch einmal auf wichtige Konjunkturdaten wie das deutsche BIP-Wachstum sowie die Einzelhandelsumsätze und die Industrieproduktion aus den USA zu blicken. (Ausgabe vom 11.11.2019) (12.11.2019/alc/a/a)