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Renten: Einschätzungen des Verhandlungsstandes beim Handelskonflikt bestimmen Renditen


03.12.19 09:30
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Die Renditen der Benchmarkanleihen tendierten zu Beginn dieser Woche deutlich höher als zum Vorwochenstart: Die Verzinsung zehnjähriger deutscher Bunds notiert bei -0,28%, die Rendite amerikanischer Treasuries mit gleicher Laufzeit stieg auf zeitweise über 1,85%, so die Analysten der Nord LB.

Der transatlantische Renditespread zehnjähriger Benchmarkanleihen sei nahezu unverändert - bei etwa 213 Basispunkten. Die Zinskurve (10J minus 2J) in den USA sei wieder ein wenig auseinandergelaufen mit einem Spread von etwa 22 Basispunkten. Bei den europäischen Benchmarkanleihen liege der gleiche Term Spread bei knapp über 30 Basispunkten.

Weiterhin spiele der Verhandlungsstand beim Handelskonflikt zwischen den USA und China die bestimmende Rolle an den internationalen Rentenmärkten. Äußerungen von ranghohen Offiziellen auf einen möglicherweise bald zu erwartenden unterschriftsreifen Vertrag mit einer (Teil-)Einigung würden die konjunkturelle Zuversicht stärken und die Renditen anziehen lassen. Seien dagegen skeptische Töne aus Washington oder Peking zu vernehmen, würden diese zu erneuten Sorgenfalten der Anleger führen und auf die Renditen drücken. Die äußerst angespannte Lage in Hong Kong und die Reaktionen der chinesischen Politik in der ehemaligen britischen Kronkolonie würden derzeit zudem die Verhandlungen im Handelsstreit verkomplizieren.

Eine Verschiebung einer Entscheidung auf Anfang nächstes Jahr bleibe möglich - eine Einigung noch vor Weihnachten könnte die Renditen dagegen kurzfristig auch mal um 10 bis 20 Basispunkte in die Höhe treiben. Positive Ergebnisse der chinesischen Unternehmensumfragen zu Wochenbeginn hätten bereits die Zuversicht wieder gestärkt. Daneben gelte es, in dieser Woche auf die Veröffentlichungen der beiden Stimmungsumfragen und den Arbeitsmarktbericht aus den USA zu schauen. (Ausgabe vom 02.12.2019) (03.12.2019/alc/a/a)