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Renditen fallen deutlich im Zuge verstärkter Konjunktursorgen


11.02.19 14:15
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Die Renditen der Benchmarkanleihen haben in der vergangenen Woche wieder deutlich südwärts tendiert: Die Verzinsung zehnjähriger deutscher Bunds fiel auf unter 0,10%, die Rendite amerikanischer Treasuries bis unter 2,64%, so die Analysten der NORD LB.

Der transatlantische Renditespread zehnjähriger Benchmarkanleihen liege mit knapp 255 Basispunkten nahe dem Vorwochenstand. Die Zinskurve (10J minus 2J) in den USA notiere bei etwa 18 Basispunkten, so dass eine Inversion der Kurve weiterhin drohen könnte. Bei den europäischen Staatsanleihen habe sich der Laufzeitenspread auf 68 Basispunkten eingeengt.

Neue Konjunktursorgen hätten die Renditen der Staatsanleihen zuletzt wieder auf Talfahrt geschickt. So würden die kontroversen Verhandlungen sowohl um den Handelskonflikt als auch den Brexit weiter gehen und die Ausgänge seien in beiden Fällen ungewiss. Die Gespräche würden auch in den kommenden Wochen für Spannung sorgen. Zwar würden die Analysten der NORD LB weiterhin davon ausgehen, dass ein harter Brexit und ein offener Handelskrieg zwischen den USA und China vermieden würden, aber die Risiken für einen anderen Ausgang seien tatsächlich vorhanden. Entsprechend ihres Basisszenarios würden die Analysten der NORD LB zum Jahresende auch wieder etwas höhere Zinsen erwarten, vorausgesetzt es komme nicht zum harten Brexit und zum Handelskrieg.

Ein weiteres Thema für die Rentenmärkte könnte auch ein erneuter Shutdown in den USA werden, sollte bis Freitag keine Einigung beim Haushaltsstreit gefunden werden. Datentechnisch sei in dieser Woche der Blick auf das BIP-Wachstum für Deutschland und für Japan, auf die US-Einzelhandelsumsätze und auf die US-Industrieproduktion gerichtet. Zudem sollte für den Monat Januar mit einem Rückgang der US-Inflationsrate von 1,9% auf 1,6% gerechnet werden. (11.02.2019/alc/a/a)