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Regierungsbildung in Italien sorgt für Unruhe an den Rentenmärkten


17.05.18 12:15
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Für Unruhe an den Märkten sorgte gestern ein nach außen gedrungener Entwurf eines Koalitionspapiers zwischen der 5-Sterne-Bewegung und der Lega Nord im Rahmen der Regierungsbildung in Italien, so die Analysten von Postbank Research.

Neben dem Vorschlag, die europäischen Verträge umzuschreiben, um einen geregelten Euro-Ausstieg zu erlauben, habe insbesondere eine Forderung an die EZB für Aufsehen erregt. Die neue Regierung plane demnach die Zentralbank zu "bitten", im Zuge von QE gekaufte italienische Staatsanleihen in Höhe von EUR 250 Mrd. abzuschreiben, um den italienischen Schuldenberg zu entlasten. Zwar hätten beide Parteien betont, dass der Entwurf noch an entscheidenden Stellen geändert werde. Die Befürchtungen hinsichtlich einer Euro-skeptischen Politik hätten viele Marktbeobachter aber untermauert gesehen.

In der Folge sei die Rendite 10-jähriger italienischer Staatsanleihen gestern um 16 Basispunkte in die Höhe geschnellt. Dies habe sich auch an anderen Märkten der Südschiene des Euroraums niedergeschlagen. Die Renditen entsprechender spanischer und portugiesischer Anleihen seien um 6 bzw. 7 Basispunkte gestiegen. Dagegen habe der deutsche Rentenmarkt eine Gegenbewegung auf den Renditeanstieg vom Dienstag gezeigt. 10-jährige Bunds hätten zum europäischen Handelsschluss bei 0,62% rentiert und damit um 3 Basispunkte niedriger als am Vortag. Derweil habe sich in den USA der Aufwärtstrend der Renditen mit einem Aufschlag um 2 Basispunkte auf 3,10% bei 10-jährigen Treasuries fortgesetzt. (17.05.2018/alc/a/a)