Primärmarkt: Emissionen aus Spanien, Frankreich und Deutschland


04.12.19 12:00
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - In den vergangenen fünf Handelstagen sind mit der Banco Santander aus Spanien, der Crédit Agricole aus Frankreich sowie der Commerzbank aus Deutschland drei Emittenten aus drei Jurisdiktionen an ihre Investoren herangetreten, so Dr. Frederik Kunze von der NORD/LB.

Die erfolgreich platzierte EUR-Benchmark (ISIN ES0413900574 / WKN A2SA69) der Banco Santander markiere nach dem Covered Bond der Liberbank aus September (EUR 1,0 Mrd.; 10y) erst die zweite spanische Emission nach der Sommerpause. Im Gesamtjahr 2019 sei es für die Banco Santander hingegen bereits die dritte Platzierung im EUR-Benchmarksegment gewesen. Für die Cédulas Hipotecarias-Transaktion (Laufzeit 10,5y) habe die anfängliche Guidance ms +15 Bp area betragen. Im Rahmen der Vermarktungsphase habe sich der Spread schließlich auf einen Reoffer-Spread in Höhe von ms +12 Bp eingeengt.

Bei einem Orderbuch von EUR 2,6 Mrd. (80 Investoren) sei das Emissionsvolumen auf EUR 1,75 Mrd. festgelegt worden, was immerhin den größten Deal seit acht Monaten markiere (TD 0 02/09/24, 3. April 2019, EUR 1,75 Mrd.). Bei einer geografisch diversifizierten Verteilung des Emissionsvolumens würden 39% auf Deutschland und Österreich entfallen, gefolgt von Spanien (21%), Frankreich (8%) sowie UK sowie Irland und Italien (beide 7%). Mit Blick auf Investorengruppen sei der größte Anteil Asset Managern (38%) zugeteilt worden, gefolgt von den Kategorien Zentralbanken und OI (31%), Banken (23%) und Versicherungen und Pensionfonds (8%).

Für das eigene Green Covered Bond-Debüt (ISIN FR0013465010 / WKN A2SA6T) habe Crédit Agricole (Home Loan SFH) eine Laufzeit von zehn Jahren gewählt. Die Emission über EUR 1,25 Mrd. sei bei ms +4 Bp bis +7 Bp (WPIR) gestartet und schließlich am unteren Ende bei ms +4 Bp fixiert worden. Das Orderbuch habe sich auf EUR 2,1 Mrd. summiert. Mit 27% sei der größte Anteil des allokierten Volumens auf Deutschland und Österreich entfallen. Dem Heimatmarkt Frankreich seien 24% zuzurechnen gewesen. Auf UK seien 20% entfallen, während den Benelux-Ländern 12% und den Nordics 8% zuzurechnen gewesen seien. Bedeutendste Investorengruppe seien Banks & Private Banks (39%) gewesen, gefolgt von den Kategorien Central Banks & Official Institutions (33%), Asset Managers (18%) sowie Insurances & Pension Funds (10%).

Elf Monate nach ihrer letzten Emission im EUR-Benchmarkformat sei die Commerzbank mit der Offerte eines Hypothekenpfandbriefs (ISIN DE000CZ45VF8 / WKN CZ45VF) (EUR 500 Mio.; 9y) an ihre Investoren herangetreten. Ausgehend von der Initial Guidance bei ms +4 Bp area habe sich der Reoffer-Spread auf ms +2 Bp eingeengt. Das Orderbuch habe sich auf EUR 550 Mio. (32 Orders) summiert. Mit Blick auf die geografische Verteilung habe der Schwerpunkt auf dem Heimatmarkt Deutschland (81%) gelegen. Auf die Benelux-Länder seien noch 7% des Volumens entfallen, während dem asiatischen Raum 6% zuzurechnen gewesen seien. In Bezug auf die Investorenverteilung habe der Schwerpunkt auf Government/Agencies (47%) gelegen, gefolgt von Funds (22%), Banks (21%) sowie Insurances/Pension Funds (10%).

Der südkoreanische Covered Bond-Markt entwickle sich weiterhin dynamisch. In dieses Bild passe auch die nicht unerwartet kommende Debütemission der Woori Bank (KRW 300 Mio.; 5y).

Pünktlich zum bevorstehenden Jahreswechsel hätten auch einige Ratingagenturen ihren Ausblick für 2020 veröffentlicht, die sich in ihrer Breite an dieser Stelle nur ohne Anspruch auf Vollständigkeit wiedergeben lassen würden. Zusammenfassend lasse sich durchaus konstatieren, dass die Risikoexperten mit Blick auf die Ratingeinstufungen der Covered Bonds ein hohes Maß an Robustheit voraussähen. Dies lasse sich sowohl mit der Kreditqualität als auch durch die grundsätzliche Stabilität der Emittenten- bzw. teilweise der Länderratings oder auskömmliche Ratingpuffer begründen.

Mit Blick auf den erstgenannten Punkt weise die Agentur Scope in ihrem Outlook zum Beispiel auf die stabile Qualität der Deckungswerte hin, die trotz steigender Immobilienpreise und damit einhergehende Warnungen mit Blick auf Überhitzungstendenzen in einigen Teilmärkten gegeben sei. Die Ratingexperten von Fitch sähen für die von ihnen beurteilten Covered Bonds stabile Ausblicke insbesondere in den Jurisdiktionen Australien, Dänemark, Deutschland, Kanada und Neuseeland. Für die Analysten von Moody's stünden die Zeichen ebenfalls auf Stabilität, was ebenfalls mit stabilen Ausblicken für Banken und Sovereigns in Verbindung stehe.

Tatsächlich sähen die Agenturen auch die Gefahrenpotenziale eines nachhaltigen konjunkturellen Einbruchs, würden für dieses Szenario im kommenden Jahr jedoch noch nicht mit dramatischen Auswirkungen rechnen. Mit Blick auf das Emissionsvolumen im EUR-Benchmarksegment rechne S&P mit einem Plus von 5% bis 10%, weise aber auf die bedeutenden Einflussfaktoren des günstigen Zentralbankgelds sowie auf die Nettoeinkäufe durch das Eurosystem hin. Die Analysten würden im Benchmarksegment eine flache Entwicklung mit Blick auf die Net Supply nicht ausschließen, was sich auch mit der Sichtweise der Ratingexperten von Scope decke.

Eine hohe Dynamik sähen die Agenturen im ESG-Segment für Covered Bonds voraus. Die Ratingagentur S&P rechne für das Jahr 2020 mit ESG-Emissionen im Covered Bond-Segment in Höhe von EUR 11 Mrd. (2019: EUR 9 Mrd.). Der Zuwachs dürfte nach Einschätzung der Ratingexperten vornehmlich durch Reputationsverbesserungen, Diversifizierung der Investorenbasis sowie durch das Ziel bevorzugter Konditionen für das Funding von grünen und sozialen Assets getrieben sein. Gleichwohl merke S&P an, dass u.a. fehlende einheitliche Standards mit Blick auf geeignete nachhaltige Deckungswerte sowie bisher nicht zu beobachtende Preisdifferenzierungen von nachhaltigen und nicht-nachhaltigen Emissionen als Herausforderungen für das ESG-Segment anzusehen seien. Die Moody's-Analysten würden ihrerseits mit mindestens zehn neuen Green-/Social-Emittenten am europäischen Covered Bond-Markt in 2020 rechnen. Auch für die Experten von Scope seien die ESG-Einflüsse auf den Covered Bond-Markt nicht mehr wegzudenken, sie würden aber auch auf die Credit-Einflüsse von ökologischen und nachhaltigen Faktoren hinweisen.

Auch die Covered Bond-Harmonisierung hätten die Ratingagenturen im Fokus. So hebe zum Beispiel S&P hervor, dass vor allem Länder wie Spanien und Österreich einen im Vergleich höheren Anpassungsbedarf an ihren Gesetzgebungen haben sollten. Auch wenn die einheitlichen Mindeststandards von den Ratingexperten begrüßt würden, würden damit keine unmittelbaren Ratinganpassungen verbunden. Insbesondere mit Blick auf das Emissionsvolumen aus der CEE-Region sollte nach Auffassung von S&P die Harmonisierung unterstützend wirken.

Die Umsätze würden deutlich nachlassen. Die Analysten der NORD/LB sähen vereinzelt noch Käufer zur LCR-Feinsteuerung und einige hätten den günstigeren Markt noch einmal genutzt. Insgesamt würden aber leicht die Verkäufer überwiegen und Spreads hätten sich marginal ausgeweitet. Die Analysten der NORD/LB würden marginal weitere Spreads vs. Swaps bis zum Jahresende bei sehr geringen Umsätzen erwarten. (Ausgabe 48 vom 04.12.2019) (04.12.2019/alc/a/a)





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