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Primärmarkt-Bankanleihen: Geringerer Bedarf


13.07.18 12:46
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Das Emissionsvolumen lag im 2. Quartal 2018 gleichauf mit dem üblicherweise zyklisch starken Auftaktquartal, so Dr. Susanne E. Knips von der Helaba.

Gegenüber dem Vorjahresquartal sei es sogar um rund 30% gestiegen. Im Vorjahr sei der Refinanzierungsbedarf der Institute über den Kapitalmarkt jedoch dadurch gedämpft gewesen, dass die EZB im Rahmen längerfristiger Refinanzierungsgeschäfte umfangreiche Mittel zur Verfügung gestellt habe. Die Emissionsvolumina der Jahre 2014 bis 2016 hätten im 2. Quartal 2018 indessen nicht mehr erreicht werden können.

Die Entwicklung sei allerdings zweigeteilt verlaufen: Während die Pfandbriefemissionen nach dem verhaltenen 1. Quartal aufgeholt hätten, sei die Aktivität bei den erstrangig unbesicherten Anleihen schwach gewesen. Erstrangig unbesicherte Emissionen mit fixem Kupon hätten im abgelaufenen Quartal nur 14 Mrd. Euro erreicht - dies entspreche einem Rückgang von 35% gegenüber dem Vorjahr. Damit hätten sie das schwächste Quartal seit Herbst 2015 verbucht. Insbesondere um die in den ersten drei Monaten dieses Jahres noch umfangreichen Non-preferred Emissionen wurde es im 2. Quartal gemäß unserer Beobachtung deutlich ruhiger, so die Analysten der Helaba.

Während vergleichsweise geringe Fälligkeiten für einen fortgesetzt niedrigen Refinanzierungsbedarf im weiteren Jahresverlauf sprechen würden, dürfte die Regulierung bestimmend für die Emissionstätigkeit der Banken bleiben. Insbesondere die systemrelevanten Häuser in Europa müssten ihre Non-preferred Senior-Emissionen weiter aufstocken, um die spätestens ab 2020 gültigen Mindestquoten für das gesamte Haftkapital zu erreichen. Mit zunehmender Klarheit über die Insolvenzrangfolge von Bankverbindlichkeiten sowie über die individuellen Mindestanforderungen an das gesamte Haftkapital hätten sich die Rahmenbedingungen hierfür deutlich verbessert.

Ferner könnten Rückzahlungen von EZB-Mitteln die Emissionstätigkeit der Institute begünstigen. Über das längerfristige Refinanzierungsprogramm TLTRO II hätten europäische Banken seit Juni 2016 in vier Tranchen insgesamt rund 740 Mrd. Euro aufgenommen. Mittel aus der ersten Tranche könnten sie seit Juni 2018 im vierteljährlichen Rhythmus vorzeitig tilgen. Diese Möglichkeit hätten die Institute beim ersten Tilgungstermin jedoch nur verhalten genutzt: Lediglich rund 11 Mrd. Euro seien an die EZB zurückgeflossen, gegenüber einem Auszahlungsvolumen von 399 Mrd. Euro vor zwei Jahren. Die meisten der teilnehmenden Banken dürften nach unserer Einschätzung an den lukrativen Konditionen festgehalten haben, ohne auf die EZB-Mittel angewiesen zu sein, so die Analysten der Helaba. (13.07.2018/alc/a/a)