Polen: Bei niedriger Inflation und stabilem Wachstum besteht keinerlei Bedarf für Leitzinsänderung


19.03.19 11:00
Deutsche Bank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Entwicklung der polnischen Wirtschaft ist wegen der umfangreichen Handelsbeziehungen eng mit der Konjunktur in der Eurozone verknüpft, so die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

Die zuletzt leicht verbesserten wirtschaftlichen Indikatoren in Kerneuropa seien somit auch ein Lichtblick für Polen. Noch wichtiger scheinen derzeit aber heimische Faktoren, so die Deutsche Bank AG. Das von der polnischen Regierung angekündigte Wachstumspaket könnte das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um 0,2 Prozentpunkte stärken. Die Deutsche Bank erhöht die Wachstumsprognose für 2019 daher auf 3,8 Prozent. Zwar könnte die Fiskalpolitik inflationssteigernd wirken, die Lage sei aber komfortabel. Im Februar habe die Teuerungsrate im Jahresvergleich bei 1,2 Prozent und somit weit unter dem Zielwert der Notenbank von 2,5 Prozent gelegen. Für das Gesamtjahr 2019 rechne die polnische Notenbank mit einer Inflation von 1,7 Prozent. Bei niedriger Inflation und stabilem Wachstum bestehe daher aktuell keinerlei Bedarf für eine Leitzinsänderung.

Für den Złoty erwartet die Deutsche Bank AG in den nächsten Wochen eine Seitwärtsbewegung. Der Markt rechne derzeit auf Zwei-Jahres-Sicht mit keiner Zinsanhebung. Sollte der Inflationsdruck in der zweiten Jahreshälfte aufgrund des fiskalischen Stimulus zunehmen, könnte die Zentralbank jedoch früher als vom Markt erwartet einen Zinsschritt in Betracht ziehen. Trete dies ein, würde der Złoty wohl profitieren. (19.03.2019/alc/a/a)