People's Bank of China senkt den Leitzins für Einjahreskredite


20.12.21 12:45
Janus Henderson Investors

London (www.anleihencheck.de) - Zur Überraschung vieler senkte die People's Bank of China (PBoC) heute den Leitzins für Einjahreskredite (LPR) um fünf Basispunkte - die erste Zinssenkung seit 20 Monaten, so Mike Kerley, Portfoliomanager im Pacific Equities-Team von Janus Henderson.

Obwohl die Richtung klar sei, sei der Schritt moderat. Die Änderung des einjährigen Zinssatzes, der an die Unternehmensfinanzierung gekoppelt sei, und die Beibehaltung des fünfjährigen Zinssatzes, der an Hypotheken gekoppelt sei, würden den Ansatz einer sanften Lockerung bei gleichzeitiger Beibehaltung einer restriktiven Haltung gegenüber dem Immobilienmarkt bestätigen.

Obwohl dieser Schritt überraschend gewesen sei, sei er vom Markt weitgehend ignoriert worden. Der LPR werde monatlich festgelegt und sei ein Aufschlag auf den wichtigsten Referenzzinssatz, die mittelfristige Kreditfazilität (MLF). Eine Änderung der MLF wäre als Bestätigung eines Kurswechsels weitaus bedeutender, werde aber kurzfristig nicht erwartet. Die wichtigsten Daten, die in den kommenden Monaten zu beachten seien, seien die Kreditdaten nach der Mitte Dezember erfolgten Reduzierung der Mindestreserveanforderungen und der Erhöhung der Ausgabequote für lokale Staatsanleihen, die dem System erhebliche Liquidität zuführen dürfte.

Es bestehe eine starke Korrelation zwischen der Richtung des Kreditimpuls-Indikators, dem chinesischen BIP und der Entwicklung des Aktienmarktes, weshalb eine Verbesserung des ersteren so genau beobachtet werde. Für 2022 werde mit weiteren Lockerungsmaßnahmen gerechnet, da die chinesische Wirtschaft zu einer wachstumsfördernden Politik übergehe, wie der Arbeitsausschuss im Dezember betont habe. Die Untersicherheit durch mögliche weitere Corona-Lockdowns könnte diese Maßnahmen beschleunigen. (20.12.2021/alc/a/a)