NOVOMATIC mit GJ/2019-Zahlen, COVID-19-Effekt unklar - NOVO 1,625% 2023 halten


08.04.20 10:00
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI) empfehlen die NOVO 1,625% 2023 (ISIN AT0000A1LHT0 / WKN A186FM) der NOVOMATIC AG zu halten.

Am 3. April habe NOVOMATIC ihre Ergebnisse für das GJ 19 veröffentlicht. Die Umsätze hätten leicht um 0,8% auf EUR 2.607 Mio. gesteigert werden können, das EBIT habe bei EUR 167 Mio. gelegen (EBIT-Marge: 6%). Der Konsolidierungskurs des Konzerns spiegelt sich bereits in der fundamentalen Lage wider: Der Free Cashflow belief sich unseren Berechnungen zufolge auf EUR 209 Mio. und lag damit deutlich über dem GJ 18 (EUR -11 Mio.), so die Analysten der RBI. Zudem sei es zu Cash-Zuflüssen aus Unternehmensverkäufen in Höhe von EUR 152 Mio. gekommen.

Die überschüssigen Mittel seien zur Schuldentilgung genutzt und die Nettoverschuldung (inklusive IFRS 16 abzüglich gebundener Cash Bestände) auf EUR 1.860 Mio. gegenüber 30. Juni 2019 reduziert worden. Exklusive IFRS 16 habe die Nettoverschuldung per 31. Dezember 2019 bei EUR 1.171 Mio. gelegen (31. Dezember 2018: EUR 1.485 Mio.). Dadurch habe auch die Kapitalstruktur etwas entschuldet werden können (Gross Gearing 159% vs. 186% per 30. Juni 2019). Neben der Cash Position (EUR 531 Mio.) hätten per 31. Dezember 2019 auch ungenutzte Kreditlinien in Höhe von EUR 840 Mio. mit Fälligkeit in 2024 (30. Juni 2019: EUR 570 Mio.) zur Verfügung gestanden.

Bezüglich COVID-19 sehe die NOVOMATIC sowohl das Gaming Operations Segment aufgrund der vorübergehenden Schließung von Spielstätten als auch das Gaming Technology Segment durch die reduzierte Produktion betroffen. Laut NOVOMATIC seien im März rund 75% der Spielstätten in den europäischen Ländern, in denen der Konzern aktiv sei, geschlossen worden. Die Auswirkungen für das GJ 20 könnten derzeit noch nicht abgeschätzt werden, ein negativer Effekt erscheine jedoch realistisch und werde auch von der Dauer der Maßnahmen abhängen.

Die Analysten der RBI würden insbesondere für das Gaming Operations Segment (63% der Konzernumsätze, u.a. in Deutschland Italien) Umsatzrückgänge aufgrund der geschlossenen Spielstätten erwarten. Den deutlich positiven FCF im GJ 19, der u.a. zu einem Rückgang der (Netto)verschuldung beigetragen habe und auch im Hinblick auf das aktuelle Ratingniveau (BB+, Ausblick stabil) wesentlich sei, sähen die Analysten als credit positiv an.

Bei ihrer Verkaufsempfehlung für die NOVO 1,625% 2023 vom 15. Januar 2020 hätten die Analysten der RBI bereits eine positive FCF Entwicklung im GJ 19 unterstellt und die operativen Risiken mit einem ihrer Ansicht nach derzeit limitierten Rating Upside angemerkt. Nach dem marktweiten Sell-Off sei das aktuelle Spreadniveau im Vergleich zu BB+ Peers ihrer Meinung nach zwar wieder günstig, angesichts der vorerst unklaren Auswirkungen auf die operative Tätigkeit würden die Analysten einen Einstieg vorerst jedoch noch als verfrüht erachten. Gleichzeitig würden sie Investoren raten, die derzeit eine Position in der NOVO 1,625% 2023 halten würden, davon ab, Verluste bei dem aktuellen Preisniveau zu realisieren.

Wir empfehlen somit die NOVO 1,625% 2023 zu halten, so die Analysten der RBI. (Ausgabe vom 07.04.2020) (08.04.2020/alc/a/a)
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