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Moderate US-Daten zügeln Zinserwartungen


14.09.18 09:45
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Zinserwartungen in den USA hatten zuletzt zugelegt, wurden jüngst durch eine verhaltene Inflationsentwicklung aber nicht weiter forciert, so die Analysten der Helaba.

Dies dürfte sich heute fortsetzen, denn die Einzelhandelsumsätze und die Industrieproduktion stünden gleichermaßen unter gemischten Vorzeichen. So sei der Pkw-Absatz im August, wenn auch nur minimal, rückläufig gewesen. Zudem würden die moderaten Benzinpreisentwicklungen keine Impulse geben. Demgegenüber hätten sich Konsumentenbefragungen per saldo positiv entwickelt und auch die wöchentlichen Umsatzstatistiken würden auf insgesamt wachsende Einzelhandelsaktivitäten hindeuten. Überraschungspotenzial auf der Oberseite würden die Analysten nicht ausmachen.

Auch bei der Industrieproduktion seien die Analysten zurückhaltender als der Konsens. Selbst die inzwischen reduzierte Durchschnittserwartung erscheine im Lichte des am Freitag veröffentlichten Arbeitsmarktberichts zu optimistisch. Dieser sei wegen des soliden Stellenzuwachses und der höheren Lohnsteigerungen zwar überwiegend positiv aufgenommen worden, die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden sei aber gesunken. Da diese zur Schätzung der Industrieproduktion herangezogen werde, ergebe sich eine negative Indikation. Starken Einfluss vonseiten der Stromproduzenten und der Wasserversorger würden die Analysten nicht erwarten und so sollten die Zinserwartungen bezüglich der FED per saldo nicht weiter angeheizt werden.

Freundlich würden die Analysten hingegen das vorläufige Michigan Sentiment des laufenden Monats erwarten. Die Umfrage der Uni Michigan sei zuletzt schwächer ausgefallen als andere und sollte sich erholen. Aufgrund der sehr hohen Stimmungswerte (ISM-Indices, NFIB-Mittelstandsbarometer und Konsumentenvertrauen) ist das Wachstumsszenario jedoch intakt und weitere graduelle Zinserhöhungen erscheinen als angemessen, so die Analysten der Helaba. Die Straffung der Geldpolitik in diesem Monat sei vollständig eskomptiert und auch ein weiterer Zinsschritt im Dezember sei zu weiten Teilen eingepreist. Für die Entwicklung des Rentenmarktes seien nun zunehmend die Zinsperspektiven 2019 und 2020 von Interesse. Der Markt scheue noch davor zurück, zwei Zinsschritte im kommenden Jahr vollständig vorwegzunehmen. Hier könnte sich mittelfristig Anpassungsbedarf ergeben. (14.09.2018/alc/a/a)