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Legt die EZB die QE-Karten auf den Tisch?


14.06.18 08:20
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Obwohl auf der heutigen EZB-Ratssitzung eine Leitzinserhöhung so gut wie ausgeschlossen werden kann, blicken Beobachter mit Spannung nach Frankfurt, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Nachdem in der letzten Woche EZB-Chefvolkswirt Peter Praet angedeutet habe, dass auf der Juni-Sitzung über die Zukunft des mindestens bis September andauernden Anleihenkaufprogramms von derzeit 30 Mrd. EUR pro Monat debattiert werde, seien Spekulationen über ein bevorstehendes Ende der Maßnahmen zur quantitativen Lockerung (QE) laut geworden. So wäre es denkbar, dass EZB-Chef Mario Draghi ein Enddatum für die Nettoankäufe von Wertpapieren verbunden mit einer nochmaligen Verlängerung bei reduzierten Ankaufvolumina verkündet.

Obwohl die Analysten in diesem Zusammenhang mit einer letztmaligen Ausdehnung des Programms bis Ende Dezember mit einem ab Oktober auf 10 Mrd. EUR pro Monat verringerten Volumen rechnen würden, würden sie diesbezüglich heute noch keine offizielle Ankündigung vonseiten der EZB erwarten. Vor dem Hintergrund einer spürbar nachlassenden Konjunkturdynamik in der Eurozone sowie einer Reihe weiterer Unsicherheitsfaktoren (politische Situation Italien, Handelskonflikt mit den USA) dürften die Notenbanker noch bis zur Juli-Sitzung auf Zeit spielen.

Die Ankündigung Peter Praets in der vergangenen Woche habe zwar den Kurs des Euro gegenüber dem US-Dollar wieder ein wenig stabilisieren können. Würden die Notenbanker die Entscheidung über den QE-Ausstieg heute aber weiter hinausschieben, dürfte dies die Einheitswährung - auch in Anbetracht des fortgesetzten Zinsstraffungskurses der FED - wieder unter Druck setzen. (14.06.2018/alc/a/a)