Keine Entspannung bei der Inflation


27.05.22 12:53
Merck Finck

München (www.anleihencheck.de) - Kommende Woche steht neben einer Reihe elementarer US-Konjunkturdaten vor allem die Inflation im Euroraum im Fokus, so die Experten von Merck Finck a Quintet Private Bank.

"Die Preise sind im Mai gerade im Lebensmittelbereich stark gestiegen - daher dürfte die Inflation weder für Deutschland noch für die Eurozone insgesamt nachgelassen haben", sage Robert Greil. Der Chefstratege von Merck Finck sehe neben den Energiepreisen, die aufgrund von Basiseffekten den Inflationsdruck in der zweiten Jahreshälfte eher reduzieren sollten, vor allem die Preise für Lebensmittel als ein Risiko für das Basisszenario nach dem Sommer tendenziell sinkender Inflationsraten. Greil: "Sollten sich die Inflationsraten im Herbst nicht abschwächen, würde das Risiko einer Lohn-Preis-Spirale steigen - weil dann in Richtung Winter höhere Lohnabschlüsse wahrscheinlicher werden, und das nicht nur in Branchen wie der deutschen chemischen Industrie, die ihre Verhandlungen aufgrund der Unsicherheit bis dahin ausgesetzt hat."

Die Inflationsdaten für den Mai stünden kommende Woche am Montag unter anderem für Deutschland und tags darauf für die Eurozone an. Hierzulande würden am Dienstag zudem Arbeitsmarktzahlen für den Mai und am Mittwoch und Freitag wie auch für andere Regionen die finalen Einkaufsmanagerindices für Mai publiziert. In der Eurozone komme zudem am Montag das Wirtschaftsvertrauen (Mai), am Mittwoch Arbeitsmarktdaten (für April) sowie am Donnerstag Produzentenpreise (April) sowie am Freitag Einzelhandelsumsätze ebenfalls für den vergangenen Monat.

Jenseits des Atlantiks rolle eine mindestens ebenso große Makrodatenwelle auf die Märkte zu: angefangen vom Verbrauchervertrauen für Mai sowie diversen Zahlen zum Immobilienmarkt über die ISM-Einkaufsmanagerberichte für die US-Industrie (Mittwoch) und den Dienstleistungssektor (Freitag) über die Auftragseingänge im April (Donnerstag) bis hin zum Arbeitsmarktbericht für Mai am Freitagnachmittag. Und in China würden sich alle Blicke auf mögliche erste Erholungsanzeichen bei den Einkaufsmanagerindices für Mai am Dienstag- und Mittwochmorgen richten. (27.05.2022/alc/a/a)