Investmentidee: Vontobel-Aktienanleihen auf Fresenius - "Grundsolide" durch die Krise - Anleiheanalyse


28.05.20 08:45
Bank Vontobel Europe AG

München (www.anleihencheck.de) - Für Vontobel ist die Aktie von Fresenius eine Investmentidee und die Bank Vontobel Europe AG liefert Vorschläge, wie Anleger mit Aktienanleihen von dieser Einschätzung profitieren können.

Aktien von Pharma-Unternehmen seien für Anleger inmitten der Corona-Pandemie zu einer interessanten Anlage geworden. Auch die Papiere des Bad Homburger Fresenius-Konzerns würden stärker nachgefragt. Die Gründe hierfür lägen weniger in der Hoffnung der Anleger, dass Fresenius einen Impfstoff gegen COVID-19 entwickle, sondern vielmehr darin, dass sich das Geschäftsmodell als äußerst krisenfest erweise.

Im Auftaktquartal habe die Fresenius SE den Umsatz auf rund EUR 9,1 Mrd. gesteigert, währungsbereinigt ein Plus von 7 Prozent. Der bereinigte operative Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) habe EUR 1,125 Mrd. betragen und sei damit auf einem konstanten Niveau geblieben. Seitens des Unternehmens gebe man sich optimistisch, dass die Pandemie das Geschäftsergebnis nicht beeinflussen werde. Dieser Ansicht seien auch viele Analysten: Für Morgan Stanley sei das Unternehmen "grundsolide" aufgestellt und "größter Favorit in der europäischen Medizintechnik-Landschaft".

Um zu verstehen, wie der Pharma-Konzern sein operatives Geschäft betreibe, lohne es sich, die einzelnen Geschäftszweige genauer zu betrachten. Mit einem Umsatz von EUR 17,3 Mrd. im Jahr 2019 sei die Fresenius Medical Care (FMC) (ISIN DE0005785802 / WKN 578580) der größte Geschäftsbereich von Fresenius. FMC habe sich auf Dienstleistungen für Dialysepatienten spezialisiert. In einem Netz von knapp 4.000 Dialysezentren würden rund 10% aller weltweiten Dialysepatienten von FMC behandelt. Neben den reinen Dienstleistungen sei FMC auch der weltweit führende Anbieter von Produkten für Dialysebehandlungen, wie zum Beispiel Geräte und Filter.

Neben der Bereitstellung von Dialysezentren betreibe Fresenius über die Tochter Helios Kliniken in ganz Europa. Allein in Deutschland und Spanien betreibe man zusammen 136 Krankenhäuser mit rund 1.500 Intensivbetten. Damit sei Helios der größte private Klinikbetreiber Europas. Aufgrund der aktuellen Coronakrise habe Helios seine Kapazitäten massiv aufgestockt. In Deutschland sei die Zahl der Intensivbetten auf ca. 1.500 gesteigert worden und in Spanien sei die Zahl der Intensivbetten auch massiv ausgebaut worden.

Das dritte große Geschäftsfeld sei die Herstellung von Arzneimitteln und Medizinprodukten. Die Tochtergesellschaft Fresenius Kabi verfüge über ein sehr breit diversifiziertes Produktportfolio und die meisten dieser Produkte würden auch trotz der Coronakrise von den Patienten benötigt.

Da es sich bei den Dialysepatienten um chronisch erkrankte Menschen handle, die ohne die regelmäßige Dialysebehandlung nicht leben könnten, werde der Umsatz von FMC auch durch die Coronakrise nicht komplett einbrechen. Mit Umsatzrückgängen sei zu rechnen, da Dialysepatienten auch der Risikogruppe für COVID-19 angehören würden, jedoch sollten diese Umsatzrückgänge für FMC nicht existenzbedrohend werden.

Für den Klinkenbetreiber Helios stelle die Corona-Pandemie operativ eine große Herausforderung dar. Besonders in Spanien würden die Krankenhäuser weit über ihrem Kapazitätslimit arbeiten. Helios arbeite in Spanien eng mit den Gesundheitsbehörden zusammen, um die weitere Eindämmung des Coronavirus zu erreichen. Daher unterstütze Helios auch die Regelung, dass die spanische Regierung im Rahmen des Ausnahmezustandes alle Krankenhäuser des Landes unter ihren direkten Zugriff stellen könne. Nur durch diese zentrale Anlaufstelle könnten alle Ressourcen der spanischen Krankenhäuser gebündelt und möglichst effektiv auf die verschiedenen Teile des Landes verteilt werden.

Die Herstellung von Arzneimitteln durch die Tochter Fresenius Kabi habe auch trotz der Quarantänemaßnahmen aufrechterhalten werden können. Dadurch habe zum einen die Versorgung der chinesischen Bevölkerung mit wichtigen Arzneimitteln sichergestellt werden können und zum anderen sollten auch die Umsätze von Kabi nicht sehr stark unter den Maßnahmen in China gelitten haben.

Die eingangs dargelegten Zahlen zeugen von einem robusten Geschäftsmodell von Fresenius und die Berichte aus den jeweiligen Geschäftsfeldern scheinen das zu bestätigen, so die Bank Vontobel Europe AG. Für defensive Anleger stelle Fresenius eine interessante Alternative dar.

Die Aktie der Fresenius SE werde aktuell bei EUR 43,05 (26.05.2020) gehandelt. Das Jahreshoch sei bei EUR 51,03 (19.06.2019) und das Jahrestief bei EUR 25,65 (19.03.2020) erreicht worden. Bei Bloomberg würden 20 Analysten die Aktie auf "buy", sechs auf "hold" setzen und kein Analyst setze sie auf "sell" setzen.

Eine Investmentidee sei zum Beispiel die Multi Aktienanleihe mit Barriere (Worst-Of) (ISIN DE000VP3UVH8 / WKN VP3UVH) bezogen auf Bayer und Fresenius. Der Kupon sei auf 11,00% festgelegt worden. Der Basispreis betrage 100,00%, die Barriere 65,00%. Der Nennbetrag liege bei 1.000,00 EUR. Der Bewertungstag sei der 18.06.2021, fällig sei die Anleihe am 25.06.2021. Der Zeichnungsschluss sei am 02.06.2020. (Stand: 28.05.2020, 09:19)

Interessant sei auch die 9,00% Aktienanleihe auf die Fresenius-Aktie. Der Basispreis liege bei EUR 72,00. Die maximale Rendite werde bei 9,75% gesehen. Der Geldkurs liege bei EUR 99,94, der Briefkurs bei EUR 100,04. Der Bewertungstag sei der 18.06.2021. (Stand: 28.05.2020, 09:19)

Außerdem könnte die Aktienanleihe mit Barriere (ISIN DE000VP3MGJ2 / WKN VP3MGJ) auf Fresenius mit einem Kupon von 7,00% interessant sein. Das Papier sei mit einem Basispreis von EUR 41,16 ausgestattet. Die Barriere betrage EUR 30,87 und der Abstand zur Barriere 28,14%. Die maximale Rendite befinde sich bei 8,65%. Der Geldkurs liege bei EUR 98,52 und der Briefkurs bei EUR 98,72. Der Bewertungstag sei auf den 18.06.2021 festgelegt worden. (Stand: 28.05.2020, 09:19)

Eine Investmentidee sei zudem die 8,00% Aktienanleihe mit Barriere (ISIN DE000VP327K3 / WKN VP327K) auf die Fresenius-Aktie. Der Basispreis belaufe sich auf EUR 90,00. Die Barriere liege bei EUR 54,00 und der Abstand zur Barriere bei 26,89%. Die maximale Rendite befinde sich bei 10,21%. Der Geldkurs betrage EUR 98,44 und der Briefkurs EUR 98,64. Der Bewertungstag sei der 18.06.2021. (Stand: 28.05.2020, 09:19)

Multi Aktienanleihen mit Barriere (Worst of) würden sich auf mehrere Basiswerte beziehen. Damit sei der Grad der Abhängigkeit der Wertentwicklung der Basiswerte voneinander (sog. Korrelation) wesentlich für die Beurteilung des Risikos, dass mindestens ein Basiswert seine Barriere erreiche. Anleger sollten beachten, dass bei mehreren Basiswerten für die Bestimmung des Auszahlungsbetrags der Basiswert maßgeblich sei, der sich während der Laufzeit der Wertpapiere am schlechtesten entwickelt habe (sog. Worst-of-Struktur). Das Risiko eines Verlusts des investierten Kapitals sei daher bei Worst-of-Strukturen wesentlich höher als bei Wertpapieren mit nur einem Basiswert.

Die Entwicklung der Aktienkurse der jeweiligen Unternehmen sei von vielen unternehmerischen, konjunkturellen und ökonomischen Einflussfaktoren abhängig, die der Anleger bei der Bildung seiner Marktmeinung zu berücksichtigen habe. Der Aktienkurs könne sich auch anders entwickeln als erwartet, wodurch Verluste entstehen könnten. (Ausgabe vom 27.05.2020) (28.05.2020/alc/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.






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DE000VP3UVH8 VP3UVH 102,34 € 96,12 €
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