Investmentidee: Vontobel-Aktienanleihe auf adidas, BMW, Daimler, Infineon, Volkswagen - Abhängigkeit von China?


25.02.21 09:45
Bank Vontobel Europe AG

München (www.anleihencheck.de) - Für Vontobel sind die Aktien von adidas, BMW, Daimler und Infineon sowie die Volkswagen-Vorzugsaktie eine Investmentidee und die Bank Vontobel Europe AG liefert Vorschläge, wie Anleger mit Aktienanleihen von dieser Einschätzung profitieren können.

Das deutsche Exportgeschäft in China habe auch in Krisenzeiten ein deutliches Wachstum verbuchen können, doch berge dies Risiken für die deutschen Unternehmen? Während die Wirtschaft in der Volksrepublik weiter in hoher Geschwindigkeit auf Wachstumskurs sei, steige die Gefahr einer zu großen Abhängigkeit. Insbesondere für die stark exportabhängigen Unternehmen aus Deutschland könnte dies zum Verhängnis werden.

Bei reiner Betrachtung des Gesamtjahres bzw. der vergangenen Quartale könnte man meinen, die Krise sei an einigen deutschen Unternehmen spurlos vorbeigegangen. Dies sei insbesondere auf die rapide konjunkturellere Erholung Chinas zurückzuführen, denn als einzige der großen Volkswirtschaften weltweit sei es dieser gelungen, auch im Krisenjahr 2020 zu wachsen. Gerade vielen internationalen Unternehmen helfe der starke wirtschaftliche Aufschwung im Reich der Mitte enorm, die entstandenen Umsatzeinbrüche zu kompensieren.

Auch für das laufende Jahr würden Ökonomen mit einem starken BIP-Zuwachs von mindestens acht Prozent in China rechnen. Im Vergleich dazu werde für Europa und die USA nur mit halb so viel gerechnet. Insbesondere den deutschen Automobilherstellern Daimler, BMW und Volkswagen, aber auch Infineon oder adidas gelinge es deshalb, auch in der Krise solide Zuwächse zu generieren. Alle Firmen eine ein starkes Chinageschäft, was gleichzeigt einige Risiken für diese bedeute.

Es drohe eine zu starke Abhängigkeit von China, denn der Anteil an den Konzernumsätzen deutscher Unternehmen steige seit Jahren, während der Umsatzanteil am heimischen Markt immer weiter sinke. So betrage beispielsweise bei Deutschlands größtem Halbleiterhersteller Infineon der Umsatzanteil am heimischen Markt elf Prozent und am chinesischen Markt 39 Prozent des Konzernumsatzes.

Insgesamt würden mittlerweile alleine die 30 DAX-Unternehmen knapp 700 Tochtergesellschaften in der Volksrepublik halten. Auch Small- und Mid-Caps aus Deutschland ziehe es immer mehr nach China. Zwar könne dadurch häufig ein höheres Wachstumspotenzial für die Konzerne generiert werden, allerdings erhöhe sich somit gleichzeitig die ohnehin große Abhängigkeit von China weiter. Fraglich sei nur, welche Folgen dies langfristig für die deutsche Wirtschaft haben werde, denn die Europäischen Union befürchte eine deutlich stärkere Einbeziehung aus Peking in die Belange Europas.

Ebenso drohe der Handelskonflikt zwischen den USA und China auch unter dem neu gewählten US-Präsident Joe Biden, weiter zu verschärfen. Auch wenn dessen Herangehensweise im Vergleich zu seinem Vorgänger Donald Trump eine andere sei und er vermehrt auf ein breites internationales Bündnis als auf Strafzölle setze, lasse er keinen Zweifel daran, den harten Kurs gegenüber China fortzuführen. Die Folgen einer möglichen Konfrontation wären insbesondere für exportorientierte Länder wie Deutschland gravierend. Gerade die Firmen mit einem starken Exportgeschäft nach China wären dann einem massiven Druck ausgesetzt. Ein hoher Verlust von Marktanteilen, Jobs und Investitionen sowie störanfällige Lieferketten würden drohen.

Die deutschen Automobilhersteller und DAX-Unternehmen Daimler, BMW und Volkswagen hätten ihren Umsatz am chinesischen Markt steigern können. Während BMW einen weltweiten Rückgang von acht Prozent gegenüber dem Geschäftsjahr 2019 an abgesetzten Fahrzeugen habe hinnehmen müssen, habe der Münchener Konzern die Zahl der ausgelieferten Fahrzeuge am chinesischen Markt um stolze sieben Prozent im Geschäftsjahr 2020 auf insgesamt rund 777.000 steigern können. Die Wichtigkeit von China für die deutschen DAX-Unternehmen könne auch bei Volkswagen beobachtet werden. Denn alleine in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2020 hätten die Wolfsburger rund 40,8 Prozent ihrer Fahrzeuge am chinesischen Markt ausgeliefert. Wie bei BMW und VW sei auch für Daimler der wichtigste Markt China. Der Automobilhersteller aus Stuttgart habe im vergangenen Geschäftsjahr 2020 rund 770.000 Fahrzeuge am chinesischen Markt verkaufen können. Das entspreche mehr als einem Drittel aller abgesetzten Fahrzeuge von Daimler.

Nicht nur die Automobilindustrie habe im vergangenen Jahr am Absatz im chinesischen Markt profitieren können. So sei es auch dem Chip-Hersteller Infineon und dem deutschen Sportartikel-Hersteller adidas gelungen. Vor allem der Halbleiter-Hersteller Infineon sei ein großer Gewinner der Digitalisierung und stelle seine Stärken am chinesischen Markt deutlich unter Beweis. Denn das deutsche Unternehmen biete leistungsstarke Chips an, welche insbesondere in Asien sehr gefragt seien. Die Halbleiter würden vor allem für Informationstechnologien wie Smartphones und Laptops benötigt, welche anschließend in Asien zusammengebaut würden. Insgesamt seien rund 39 Prozent des Konzernumsatzes von EUR 8,6 Mrd. auf die Einnahmen aus dem chinesischen Markt zurückzuführen. Im Vergleich dazu trage der deutsche Markt lediglich etwa elf Prozent bei. Somit sei Infineon vom chinesischen Markt abhängiger denn je.

Ähnlich verhalte es sich bei dem Sportartikelhersteller adidas. Es sei nicht nur eine eigene Werbekampagne zum chinesischen Neujahr veröffentlicht worden, an dem adidas immer limitierte Kollektion in die Geschäfte bringe, sondern China mache rund 22 Prozent des Umsatzes von adidas aus.

Die Aktie der Daimler AG werde aktuell bei EUR 67,41 (19.02.2021) gehandelt, was auch gleichzeitig das Jahreshoch darstelle, das Jahrestief sei bei EUR 21,84 (19.03.2020) erreicht worden. Bei Bloomberg würden 21 Analysten die Aktie auf "buy", acht auf "hold" und ein Analyst auf "sell" setzen.

Die Aktie der Bayerische Motoren Werke AG werde aktuell bei EUR 71,81 (19.02.2021) gehandelt. Das Jahreshoch sei bei EUR 76,68 (24.11.2020) und das Jahrestief bei EUR 37,66 (19.03.2020) erreicht worden. Bei Bloomberg würden zwölf Analysten die Aktie auf "buy", 15 auf "hold" und vier auf "sell" setzen.

Die Aktie der Volkswagen AG werde aktuell bei EUR 191,10 (19.02.2021) gehandelt. Das Jahreshoch sei bei EUR 191,10 (19.02.2021) und das Jahrestief bei EUR 101,50 (18.03.2020) erreicht worden. Bei Bloomberg würden acht Analysten die Aktie auf "buy", vier auf "hold" und kein Analyst auf "sell" setzen.

Die Aktie der Infineon Technologies AG werde aktuell bei EUR 36,46 (19.02.2021) gehandelt, was auch gleichzeitig das Jahreshoch darstelle, das Jahrestief sei bei EUR 10,67 (18.03.2020) erreicht worden. Bei Bloomberg würden 18 Analysten die Aktie auf "buy", zwölf auf "hold" und drei auf "sell" setzen.

Die Aktie der adidas AG werde aktuell bei EUR 293,90 (19.02.2021) gehandelt. Das Jahreshoch sei bei EUR 299,50 (29.12.2020) und das Jahrestief bei EUR 166,92 (18.03.2020) erreicht worden. Bei Bloomberg würden 17 Analysten die Aktie auf "buy", 18 auf "hold" und sechs auf "sell" setzen.

Eine Investmentidee sei zum Beispiel die 13,75% Multi Aktienanleihe mit Barriere (Worst-Of) (ISIN DE000VQ4Z0N6 / WKN VQ4Z0N) auf adidas, BMW, Daimler, Infineon und Volkswagen. Der Basispreis betrage 100,00%, die Barriere 60,00%. Der aktuelle Verkaufspreis belaufe sich auf 100,00%. Die Laufzeit ende am 17.12.2021. (Stand: 24.02.2021)

Da der weitere Kursverlauf der Aktie von einer Vielzahl konzernpolitischen, branchenspezifischen und ökonomischen Faktoren abhängig sei, sollten Anleger das Risiko bei ihren Investmententscheidungen berücksichtigen. Entwicklungen könnten jederzeit anders verlaufen, als Anleger es erwarten würden, wodurch Verluste entstehen könnten. (Ausgabe Februar 2021) (25.02.2021/alc/a/a)
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Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
101,80 € 101,78 € 0,02 € +0,02% 14.04./19:32
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE000VQ4Z0N6 VQ4Z0N 102,28 € 99,46 €
Werte im Artikel
233,60 plus
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101,80 plus
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35,50 plus
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