Investmentidee: Vontobel-Aktienanleihe auf K+S - Profiteur der Sanktionen gegen Belarus? Anleiheanalyse


24.06.21 10:00
Bank Vontobel Europe AG

München (www.anleihencheck.de) - Für Vontobel ist die Aktie von K+S (ISIN DE000KSAG888 / WKN KSAG88) eine Investmentidee und die Bank Vontobel Europe AG liefert Vorschläge, wie Anleger mit Aktienanleihen von dieser Einschätzung profitieren können.

Auf die erzwungene Landung eines Ryanair-Flugzeugs habe die Europäische Union Wirtschaftssanktionen gegenüber Belarus angekündigt. Insbesondere die Mineralölindustrie des Landes dürfte massiv in ihren Handelsaktivtäten eingeschränkt werden. Hiervon könnten vor allem der deutsche Salz- und Düngemittelkonzern K+S profitieren.

Aufgrund der erzwungenen Landung des Ryanair-Flugzeugs in Minsk plane die Europäische Union Wirtschaftssanktionen gegen das Regime von Machthaber Alexander Lukaschenko. Ein Investitionspaket für Belarus in Höhe von EUR 3 Mrd. sei bereits vonseiten der EU eingefroren worden.

Deutschland sei neben Polen der größte Handelspartner von Belarus in der EU. Allerdings liege das Land nach Angaben des Ostausschusses der Deutschen Wirtschaft nur auf Platz 60 der deutschen Exportmärkte und auf Platz 75 unter den Importeuren nach Deutschland. Sollte die wirtschaftliche Beziehung weiter beschädigt werden und der Handel im Falle weiterer Wirtschaftssanktionen der EU sowie möglicher Gegenmaßnahmen von Minsk zurückgehen, würde dies Deutschland keinen spürbaren wirtschaftlichen Schaden zufügen. Höchstens einzelne Unternehmen, welche besonders enge Verbindungen zu Belarus hätten, wären davon betroffen.

Noch sei unklar, welche Wirtschaftszweige von den Sanktionen gegen Belarus betroffen sein würden, jedoch werde laut Angaben des Rats der Europäischen Union vor allem die Mineralölindustrie ins Visier genommen. Dies könnte für einige EU-Staaten bedeutendere Auswirkungen haben. Da Belarus einer der weltweit bedeutendsten Exporteure von Kali-Produkten wie Mineraldüngern sei, dürften allen voran hier die Ausfuhren massiv zurückgehen.

Hiervon könnte insbesondere das deutsche Bergbauunternehmen K+S profitieren. Denn das Unternehmen aus Kassel sei spezialisiert auf die Kali- und Salzförderung und könnte durch den Wegfall der Konkurrenz aus Belarus Nutznießer der geplanten EU-Sanktionen sein. Gerade einer der größten Konkurrenten der K+S AG sei der weißrussische Kaliproduzent Belaruskali (BPC), welcher im Jahr 2020 einen Marktanteil von ca. 17 Prozent des weltweiten Kalimarktes gehabt habe. Laut Marktbeobachtern könnten die geplanten Sanktionen gegen Weißrussland auch Belaruskali massiv treffen, was zu einer Kalidünger-Verknappung führen würde, wovon anschließend K+S profitieren könnte.

Nach Angaben der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein seien schon ohnehin die Preise für Kalidünger seit Monaten gestiegen, da Landwirte angesichts der hohen Preise für Agrargüter ihre Ernten maximieren möchten. Die Sanktionen gegen Belarus könnten in bestimmten Regionen zu einer Verknappung des Kaliangebots führen, was die Preise weiter nach oben treiben würde. Vielen Analysten erschienen die Gewinnerwartungen des Marktes für K+S für 2021 und 2022 vor gerade diesem Hintergrund zu niedrig, so die Bank Vontobel Europe AG. So habe unteranderem die Commerzbank das Kursziel von EUR 10 auf EUR 15 angehoben und stufe K+S von "hold" nun auf "buy" ein.

Die positiven Aussichten würden K+S verhelfen. Noch zu Beginn des Jahres habe der Kasseler Salz- und Bergbaukonzern wegen angeblichen Ungereimtheiten im Jahresabschluss 2019 und dem Halbjahresbericht 2020 in der Kritik gestanden. Aufgrund des Verdachts, dass eine Abschreibung von rund EUR 2 Mrd. auf eine Kalimine in Kanada womöglich zu niedrig ausgefallen sein könnte, seien der Jahresabschluss 2019 und der Halbjahresbericht 2020 von der Finanzaufsicht BaFin erneut überprüft worden. Die Anleger hätten verunsichert auf diese Meldung reagiert und so sei die Aktie der K+S AG infolgedessen um 14% abgerutscht und habe auf dem Niveau von vor 15 Jahren gelegen.

Zudem habe K+S im März 2020 den kompletten Verkauf seines Salz- Geschäfts in Nord- und Südamerika um die Marke Morton Salt für USD 3,2 Mrd. verkündet. Übrig bleibe nur das viel kleinere Salzgeschäft in Europa, das ein Jahr zuvor auf einen Umsatz von USD 400 Mio. gekommen sei. Das US-Geschäft hingegen habe einen Umsatz von EUR 1,5 Mrd. und ein operatives Ergebnis von EUR 230 Mio. erwirtschaftet.

Gemäß dem "Handelsblatt" würden einige Börsianer den Verkauf des Salzgeschäfts monieren, da ihrer Meinung nach ein verlässlicher Gewinnbringer wegfalle. Für den langfristigen Schuldenabbau spiele das Kaligeschäft eine essenzielle Rolle. Nur wenn die Trendwende dem Salz- und Düngerkonzern gelinge und finanzielle Mittelzuflüsse erzielt würden, könne K+S die Verschuldung wirklich nachhaltig senken, habe Analyst Markus Mayer von der Baader Bank gesagt. Der Fokus des Unternehmens liege seitdem auf dem Kaligeschäft, welches abhängig vom stark schwankenden Düngermarkt sei. Gerade deswegen könnten die Sanktionen gegen den weißrussischen Konkurrenten Belaruskali dem Kasseler Salz- und Düngerkonzern entgegen kommen.

Eine Investmentidee sei zum Beispiel die 8,75% Aktienanleihe Pro mit Barriere (ISIN DE000VQ8SXX3 / WKN VQ8SXX) auf K+S. Der Basispreis betrage 100,00%, die Barriere 80,00%. Der aktuelle Verkaufspreis belaufe sich auf 100,00%. Die Laufzeit ende am 17.06.2022. (Stand: 23.06.2021)

Da der weitere Kursverlauf der Aktie von einer Vielzahl konzernpolitischen, branchenspezifischen und ökonomischen Faktoren abhängig sei, sollten Anleger das Risiko bei ihren Investmententscheidungen berücksichtigen. Entwicklungen könnten jederzeit anders verlaufen, als Anleger es erwarten würden, wodurch Verluste entstehen könnten. (Ausgabe Juni 2021) (24.06.2021/alc/a/a)
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