Investmentidee: Vontobel-Aktienanleihe auf Infineon, Intel und NVIDIA - Anleiheanalyse


09.09.21 10:15
Bank Vontobel Europe AG

München (www.anleihencheck.de) - Für Vontobel sind die Aktien von Infineon, Intel und NVIDIA eine Investmentidee und die Bank Vontobel Europe AG liefert Vorschläge, wie Anleger mit Aktienanleihen von dieser Einschätzung profitieren können.

Bereits seit einiger Zeit seien Lieferengpässe im Bereich der Halbleiter ein bekanntes Problem. Im Rahmen der diesjährigen Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA), welche diese Woche in München begonnen habe, würden die hieraus resultierenden Schwierigkeiten gerade für die Automobilindustrie sichtbar. PWC-Autobranchenexperte Thomas Steinberger erkläre vor Beginn der Messe, dass bereits im ersten Halbjahr etwa 4,0 Millionen Autos weniger gebaut worden seien, als ursprünglich geplant. Daimler-Vorstandschef, Ola Källenius, hoffe auf eine Besserung der Lage im vierten Quartal dieses Jahres, BMW-Chef, Oliver Zipse, dagegen rechne nicht mit Veränderungen innerhalb der nächsten sechs bis zwölf Monate.

Um die Gesamtsituation und damit auch mögliche Profiteure der Situation besser verstehen zu können, könnte sich ein Blick auf die Ursachen lohnen. Für die anhaltende Chip-Flaute scheine es gleich mehrere Ursachen zu geben. Gemäß einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" hätten geopolitische Spannungen zwischen China und Taiwan, einem der weltweit größten Chiplieferanten, zu großen Problemen in der Versorgung geführt.

Ein weiterer Hauptpunkt, der in dem Bericht genannt werde, sei die Corona-Krise. Aufgrund steigender Infektionszahlen sei es vermehrt zu Ausfällen in der Produktion gekommen. Zusätzlich hätten Autohersteller aufgrund sinkender Bestellungen zu Beginn der Pandemie ihre Halbleiterbestellungen storniert. Die freien Kapazitäten seien direkt von Herstellern der stärker nachgefragten Kommunikations- und Unterhaltungselektronik in Anspruch genommen worden. Hinzu komme die allgemeine Problematik, dass Halbleiter in einer immer digitaleren Welt auch stärker nachgefragt würden, während Kapazitätserweiterungen eher langsam vorgenommen werden könnten. PwC-Experte, Tanjeff Schadt, erkläre vor Beginn der Automesse IAA, dass der Ausbau von Halbleiter-Produktionsanlagen bis zu zwei Jahre dauern würde, der Bau neuer Werke sogar bis zu fünf Jahre.

Um der wachsenden Nachfrage hinterher zu kommen, bemühe sich auch Infineon um weitere Kapazitäten. Das Unternehmen setze derzeit alle Hebel in Bewegung, damit Mitte September eine neue Fabrik im österreichischen Villach eröffnet werden könne, so der im Vorstand für die Produktion zuständige Jochen Hanebeck. Der Ausbau der Produktion im Bundesland Kärnten sei bereits vor drei Jahren beschlossen worden und könnte dem Unternehmen aus München jetzt große Vorteile verschaffen. Das Unternehmen rechne erst für das kommende Jahr mit einer Entspannung bei den Engpässen. Ganze EUR 1,6 Mrd. habe Infineon hierfür investiert, die größte privatwirtschaftliche Einzelinvestition in Österreich bisher. Weitere Standorte würden aktuell in Dresden und in Regensburg unterhalten.

Mit seiner Strategie möchte sich Infineon auch von globalen Lieferschwierigkeiten in Asien oder den USA unabhängiger machen. Peter Schiefer, Chef der Automotive-Sparte des Unternehmens, begrüße somit einem Bericht des "Handelsblattes" zufolge auch die Initiative von EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton, der den Ausbau weiterer Kapazitäten in Europa vorantreiben möchte. Auch der US-Chiphersteller Intel beschäftige sich dem Bericht zufolge aktuell mit einer neuen Chipfabrik am Standort Deutschland.

Eine Gefahr bezüglich zukünftiger Überkapazitäten sehe Schiefer hier übrigens nicht. Da gerade bei den immer stärker nachgefragten Elektroautos der Halbleiteranteil fast doppelt so hoch sei, wie beim klassischen Verbrenner, werde die Nachfrage seiner Meinung nach auch weiter zunehmen. Auch die Verhandlungsposition der Halbleiter-Hersteller gegenüber der Autoindustrie dürfte sich einem Bericht der "Tagesschau" nach hierdurch stark verbessern. Während die Umsätze im dritten Quartal noch von verschiedenen Faktoren belastet worden seien und um etwa EUR 22 Mio. auf EUR 2,722 Mrd. angestiegen seien, erwarte Infineon für das laufende Quartal ein stärkeres Umsatzwachstum auf etwa EUR 2,9 Mrd. bei ebenfalls steigendem Gewinn.

Reinhard Ploss, Vorstandsvorsitzender von Infineon, rechne aufgrund der vollen Auftragsbücher mit einem gesamten Jahresumsatz von etwa EUR 11,0 Mrd. und einer Gewinnmarge von mehr als 18 Prozent. Nach Umsatz wäre Infineon damit gemäß der "Süddeutschen Zeitung" auch der größte Chipproduzent aus Europa. Auch weltweit gehöre Infineon seit der Übernahme der US-amerikanischen Cypress Semiconductor Corporation im April 2020 zu den zehn größten Halbleiterunternehmen weltweit.

Eine Investmentidee sei zum Beispiel die 15,00% Multi Aktienanleihe mit Barriere (Worst-Of) Quanto (ISIN DE000VX00534 / WKN VX053W) auf Infineon, Intel und NVIDIA. Der Basispreis betrage 100,00%, die Barriere 75,00%. Der aktuelle Verkaufspreis belaufe sich auf 100,00%. Die Laufzeit ende am 16.09.2022. (Stand: 08.09.2021)

Da der weitere Kursverlauf der Aktie von einer Vielzahl konzernpolitischen, branchenspezifischen und ökonomischen Faktoren abhängig sei, sollten Anleger das Risiko bei ihren Investmententscheidungen berücksichtigen. Entwicklungen könnten jederzeit anders verlaufen, als Anleger es erwarten würden, wodurch Verluste entstehen könnten. (Ausgabe September 2021) (09.09.2021/alc/a/a)
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