Investmentidee: Vontobel-Aktienanleihe auf Geberit, Holcim und Sika - Baubranche im Umschwung - Anleiheanalyse


05.08.21 08:30
Bank Vontobel Europe AG

München (www.anleihencheck.de) - Für Vontobel sind die Aktien von Geberit, Holcim und Sika eine Investmentidee und die Bank Vontobel Europe AG liefert Vorschläge, wie Anleger mit Aktienanleihen von dieser Einschätzung profitieren können.

Die weltweite Baubranche zähle zu den Bereichen, die gestärkt aus der globalen Corona-Krise hervorgegangen seien. In einer aktuellen Erhebung des Beratungshauses Deloitte erkläre Gabriele Etzl, die Pandemie habe vor allem die Entwicklung neuer Technologien und die digitale Transformation in der Branche vorangetrieben. Aus dem Bericht gehe hervor, dass die Umsatzerlöse der 100 größten Baukonzerne im Jahr 2020 auf 1,5 Billionen Dollar gestiegen seien, was einem Plus von 3,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspreche. Laut Etzl resultiere ein weiterer potenzieller Umsatztreiber aus dem anhaltenden Trend der Internationalisierung.

Diesem Trend schließe sich auch die Schweizer Sika AG an. Der Spezialchemiekonzern aus Baar habe erst kürzlich die American Hydrotech Inc. in den USA übernommen, sowie deren kanadische Tochtergesellschaft Hydrotech Membrane Corporation. In einer Medienmitteilung vom 21.07.2021 habe Christoph Ganz, Regionalleiter America, verkündet, man werde durch die Übernahme der eindeutige Marktführer in den Wachstumsbereichen Dachbegrünung und Bauwerksabdichtung. Gerade in Großstädten würden diese Themen immer bedeutender werden und Sika könne hiervon profitieren. Der Halbjahresbericht verdeutliche die führende Marktstellung des Unternehmens und die aus weiteren Zukäufen resultierenden Synergien.

Gemäß dem Bericht vom 22.07. habe der Schweizer Zulieferer für die Bau- und Fertigungsindustrie seinen Halbjahresumsatz auf knappe CHF 4,5 Mrd. steigern können, ein Plus von 23,1 Prozent. Der Betriebsgewinn (EBIT) habe sogar um 67,2 Prozent auf CHF 685,9 Mio. erhöht werden können. Haupttreiber im internationalen Geschäft seien vor allem die Regionen China, Italien, Frankreich, Großbritannien und Afrika.

Auf den anfangs erwähnten Trend der Entwicklung neuer Technologien konzentriere sich auch der Schweizer Konzern Holcim. Durch die Verschmelzung mit Lafarge sei Holcim zu einem der führenden Bau- und Zuschlagstoffhersteller der Schweiz geworden. CEO Jan Jenisch erkläre im Interview mit der Wirtschaftszeitung "Finanz und Wirtschaft", dass der gestiegene CO2-Ausstoß Druck auf die Branche erzeugt habe und er die Situation nutzen wolle, um den Konzern zum globalen Führer für innovatives und nachhaltiges Bauen umzufunktionieren.

Vor allem im Bereich des 3D-Drucks möchte man die Zukunft des Bauens mitgestalten. Hier arbeite Holcim aktuell mit verschiedenen Geschäftspartnern an Projekten wie der Striatus-Brücke in Venedig, einem Windturbinenprototyp mit bis zu 200 Metern Höhe inklusive gedrucktem Betonsockel, sowie der schnellen Errichtung neuer Schulen und Wohneinrichtungen in Afrika.

Um das Thema Nachhaltigkeit weiter auszubauen, habe das Unternehmen stark in den Standort Mannersdorf in Österreich investiert. Die dortige Produktionsstätte gelte weltweit als Vorzeigewerk für nachhaltige und ressourcenschonende Zementherstellung. Passend hierzu sei auch die ECOPact-Produktfamilie entwickelt worden. Als Teil der 2020 vom Unternehmen vorgestellten Dekarbonisierungs-Roadmap sollten die Elemente für nachhaltigeren Beton nicht nur Umweltverbesserungen für die Allgemeinheit bringen, sondern auch zur Klimaneutralität des Unternehmens bis 2040 beitragen. Laut Roadmap wolle der Konzern in laufenden Etappenschritten seine Ziele umsetzen und damit auch Rücksicht auf die Ansprüche zukünftiger Generationen nehmen.

Neben Spezialisten wie Sika oder Holcim könnten auch weitere Unternehmen vom Erfolg der Baubranche profitieren. So auch die Schweizer Geberit AG. CEO Christian Buhl habe in einer Telefonkonferenz zu den letzten Ertragszahlen erklärt, dass sein Unternehmen vor allem den anhaltenden Trend zur Wohnungsverschönerung für sich nutzen könne. Durch neue digitale Angebote wie Online-Messen habe der Anbieter von Sanitärprodukten sogar noch mehr Kontakt zu seinen Kunden als vor der Pandemie. Diesen Kontakt wolle Geberit auch nutzen, um das Endkundengeschäft weiter auszubauen, da man hier an schnelllebigen Trends partizipieren könnte.

Ähnlich wie die gesamte Branche wolle sich das Unternehmen mit Konzernsitz im sankt-gallischen Rapperswil-Jona gemäß Geschäftsstrategie durch eine selektive geografische Expansion regional breiter aufstellen und sich auf weitere vielversprechende Märkte wie Asien oder Nordamerika konzentrieren. Aktuelle Herausforderungen wie gestiegene Rohstoffpreise oder Investitionsängste von geschwächten Unternehmen aus der Gastronomie- und Hotellerie-Branche könnte Geberit aktuell noch durch seine hohe Marge abfedern. Diese habe sich während der Krise um zwei Prozentpunkte auf 34,6 Prozent verbessert.

Auch wenn private Wohnungsverschönerungen nicht ewig anhalten würden, so könnte Geberit weiterhin von der Kombination aus staatlichen Konjunkturprogrammen und niedrigen Zinsen profitieren, da hiervon vieles in das Baugewerbe fließe.

In der gesamten Baubranche und den damit verbundenen Unternehmen würden die omnipräsenten Themen Digitalisierung und Nachhaltigkeit ebenfalls eine immer größere Rolle spielen. Neue Produktionstechnologien, effizientere Baustoffe und ein Gespür für Trends könnten hier ausschlaggebend sein, um die nach wie vor hohe Nachfrage im Baugewerbe zu befriedigen. Sika, Holcim und Geberit würden jeweils signifikante Marktanteile in ihren Spezialgebieten besitzen, planen, sich breiter und moderner für die Zukunft aufzustellen, und könnten somit auch interessant für Anleger sein.

Eine Investmentidee sei zum Beispiel die 6,25% Multi Aktienanleihe mit Barriere (Worst-Of) Quanto (ISIN DE000VQ9Y5C4 / WKN VQ9Y5C) auf Geberit, Holcim und Sika. Der Basispreis betrage 100,00%, die Barriere 85,00%. Der aktuelle Verkaufspreis belaufe sich auf 100,00%. Die Laufzeit ende am 17.09.2021. Der Bonusbetrag pro Intervall liege bei 13,77 EUR. (Stand: 04.08.2021)

Da der weitere Kursverlauf der Aktie von einer Vielzahl konzernpolitischen, branchenspezifischen und ökonomischen Faktoren abhängig sei, sollten Anleger das Risiko bei ihren Investmententscheidungen berücksichtigen. Entwicklungen könnten jederzeit anders verlaufen, als Anleger es erwarten würden, wodurch Verluste entstehen könnten. (Ausgabe August 2021) (05.08.2021/alc/a/a)
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