Investmentidee: Vontobel-Aktienanleihe auf ENI, Repsol und TotalEnergies - Anleihenanalyse


02.08.21 09:45
Bank Vontobel Europe AG

München (www.anleihencheck.de) - Für Vontobel sind die Aktien von ENI, Repsol, TotalEnergies eine Investmentidee und die Bank Vontobel Europe AG liefert Vorschläge, wie Anleger mit Aktienanleihen von dieser Einschätzung profitieren können.

Das letzte Jahr sei für die Ölhändler speziell gewesen. Zu Beginn der Corona-Pandemie sei die Nachfrage nach Öl drastisch gesunken, da die Unsicherheiten über den weiteren Verlauf und die Reaktionen der verschiedenen Länder eine sichere Planung nicht möglich gemacht hätten. Zusätzlich habe ein Preisstreit zwischen den Erdölproduzenten Russland und Saudi-Arabien den Ölmarkt weiter belastet. Mitte April 2020 hätten sich diese Faktoren so stark auf den Ölpreis ausgewirkt, dass dieser vorübergehend im Terminmarkt sogar negativ geworden sei. Ein Käufer habe nicht wie gewohnt im Terminmarkt für einen Öl-Kontrakt zahlen müssen, sondern sei für einen Kauf entschädigt worden.

Seitdem habe sich der Ölpreis erholt und die Werte vor der Pandemie seien bereits wieder eingeholt worden. Rohstoffhändler, die die starken Schwankungen der Ölpreise hätten ausstehen können, hätten zuletzt hohe Gewinne einfahren dürfen.

Angesichts der Bestrebungen, in der Zukunft weg von den fossilen Brennstoffen zu kommen, stelle sich die Frage, wie sich dies auf das Gebiet der Rohstoffhändler auswirken könnte, da der Öl-Handel doch ein wichtiger Bestandteil ihres Geschäfts ausmache. Interessanterweise sähen diese Unternehmen den Wechsel zu sauberen Energieformen als Chance. Führende Rohstoffhändler würden schon heute in erneuerbare Energien investieren und möchten sich in schnell wachsenden Märkten wie dem Carbon Trading (CO2-Emissionshandel) eine gute Ausgangslage sichern. Dabei möchten sie eine wichtige Rolle in den Bereichen Wind, Wasserstoff und Solar einnehmen. Das traditionell wichtige Öl-Geschäft solle dabei weiterhin Bestandteil der Strategie sein, da sie eine Angebotsverknappung in der nächsten Dekade nicht ausschließen und Öl in absehbarer Zeit trotzdem eine wichtige Energiequelle bleibe. Diese duale Strategie würden die Unternehmen damit begründen, dass eine Energiewende zu grüner Energie und zunehmender Elektrifizierung nicht aus dem Nichts kommen könne und die bestehenden Mittel zu diesem Wandel beitragen würden.

Carbon Trading resultiere aus den Bemühungen, schädliche Treibhausgase wie Kohlendioxid (CO2) in einer monetären Einheit preisen zu können. Ein solcher Markt stelle das EU-Emissionshandelssystem (EU-EHS) dar. Es werde eine Obergrenze (Cap) für die Gesamtmenge an ausgestoßenen Treibhausgasen gesetzt. Die Obergrenze werde mit der Zeit verringert, um die Gesamtemissionen zu reduzieren. Unternehmen bekämen eine bestimmte Anzahl an "Credits" (Guthaben in Form von sog. Emissionszertifikaten) und könnten diese selbst nutzen, verkaufen oder zusätzlich zukaufen, um ihren tatsächlichen Bedarf abzudecken. Unternehmen, die viele Treibhausgase ausstoßen würden, hätten hiermit eine Möglichkeit, ihre Bilanz zu verbessern. Unternehmen mit einer positiven Bilanz könnten ihre Credits auf dem Markt verkaufen und damit zusätzliche Erträge erwirtschaften. Könne ein Unternehmen seine Emissionen nicht decken, würden hohe Geldstrafen drohen.

Betroffen seien energieintensive Industriezweige wie Ölraffinieren und Stahlwerke, Strom- und Wärmeerzeugung sowie die gewerbliche Luftfahrt innerhalb des europäischen Luftraums.

Doch die Ambitionen, neue Märkte zu erschließen, würden auch Risiken bergen. Diese Geschäftsbereiche seien hart umkämpft und würden deutlich geringere Ertragsaussichten mit sich bringen. Im Gegensatz zum Öl-Geschäft nehme der Transport keine wichtige Rolle ein, was die Abläufe vereinfache. Weiter seien diese Märkte von Unsicherheiten geprägt, da hohe Investitionen erforderlich seien und es ein breiteres Angebot an möglichen Produktionsstätten gebe.

Ein bereits existierendes Standbein der Händler würden die Metalle darstellen. Rohstoffhändler seien hier positioniert und könnten von der globalen Nachfrage profitieren. Die zunehmende Verbreitung der Elektromobilität treibe die Nachfrage nach Metallen in die Höhe. Lithium, Kobalt und Nickel seien nur einige der benötigten Metalle für die Produktion dieser Fahrzeuge. Für Autohersteller werde es zunehmend wichtiger, möglichst optimale Voraussetzungen für den Zugang zu den benötigten Metallen zu schaffen. Mit stark steigenden Absätzen sähen sich die Hersteller gezwungen, genügend Ressourcen für die Zukunft zu mobilisieren. Beispielsweise habe Tesla 2020 mit Glencore einen Vertrag abgeschlossen, um jährlich bis zu 6.000 Tonnen Kobalt zu erhalten. Dies zeige auf, wie die Verfügbarkeit von Rohstoffen für Unternehmen an Bedeutung gewinne. Daher könnten Verträge direkt mit den handelnden Unternehmen abgeschlossen werden, um sich für die Zukunft zu wappnen.

Es bleibe interessant zu sehen, wie sich die Investitionen in erneuerbare Energien auszahlen würden. Es werde sich auch zeigen, wie rentabel der neue Geschäftszweig mit dem Carbon Trading sei. Die Rohstoffhändler hätten ihre Strategie zeitgemäß neugestaltet, wobei sie ihr traditionelles Öl-Geschäft weiterhin fortführen würden. Im Hinblick auf die steigende Nachfrage nach Elektromobilität könnten die Händler von ihrer Positionierung im Bereich der Metalle profitieren.

Unsicherheiten in den historisch betrachtet zyklischen Rohstoffmärkten mit fallenden und steigenden Preisen und einer Vielzahl von Marktteilnehmern mit unterschiedlichen Interessen würden bestehen bleiben. Auch sei zu berücksichtigen, dass aus der Entwicklung in der Vergangenheit keine verlässlichen Schlüsse im Hinblick auf zukünftige Ergebnisse gezogen werden könnten.

Eine Investmentidee sei zum Beispiel die Multi Aktienanleihe mit Barriere (Worst-Of) (ISIN DE000VQ9LVS0 / WKN VQ9LVS) auf ENI, Repsol und TotalEnergies. Der Kupon sei auf 10,00% festgelegt worden. Der Basispreis betrage 100,00%, die Barriere 75,00%. Der Nennbetrag liege bei 1.000,00 EUR. Der Bewertungstag sei der 17.06.2022, fällig sei die Anleihe am 24.06.2022. Der Zeichnungsschluss sei am 02.08.2021 (bis 15:00 Uhr). (Stand: 02.08.2021, 10:50)

Multi Aktienanleihen mit Barriere (Worst of) würden sich auf mehrere Basiswerte beziehen. Damit sei der Grad der Abhängigkeit der Wertentwicklung der Basiswerte voneinander (sog. Korrelation) wesentlich für die Beurteilung des Risikos, dass mindestens ein Basiswert seine Barriere erreiche. Anleger sollten beachten, dass bei mehreren Basiswerten für die Bestimmung des Auszahlungsbetrags der Basiswert maßgeblich sei, der sich während der Laufzeit der Wertpapiere am schlechtesten entwickelt habe (sog. Worst-of-Struktur). Das Risiko eines Verlusts des investierten Kapitals sei daher bei Worst-of-Strukturen wesentlich höher als bei Wertpapieren mit nur einem Basiswert. (Ausgabe vom 30.07.2021) (02.08.2021/alc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.






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Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
102,82 € 102,50 € 0,32 € +0,31% 15.10./19:48
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE000VQ9LVS0 VQ9LVS 102,82 € 98,01 €
Werte im Artikel
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