Investmentidee: Vontobel-Aktienanleihe auf Deutsche Telekom - Rekordergebnis vor Fusion mit Sprint - Anleiheanalyse


26.02.20 11:30
Bank Vontobel Europe AG

München (www.anleihencheck.de) - Für Vontobel ist die Aktie der Deutschen Telekom eine Investmentidee und die Bank Vontobel Europe AG liefert Vorschläge, wie Anleger mit Aktienanleihen von dieser Einschätzung profitieren können.

Bei der Bilanzpressekonferenz am Mittwoch (19.02.2020) habe die Deutsche Telekom ihre Position als Branchenführer in Europa bestätigt und blicke auf Rekordzahlen im vergangenen Jahr zurück. Der Bonner Konzern habe 2019 mit rund EUR 80,5 Mrd. 6,4% mehr als im Vorjahr erwirtschaftet, wie ein erster Blick auf die Bilanz verrate. Auch den Konzernüberschuss habe die Deutsche Telekom um rund 79% auf EUR 3,9 Mrd. steigern können. Dies lasse schnell vergessen, dass das Unternehmen noch vor 25 Jahren als Behörde agiert habe. Doch während die Ertragszahlen auf höhere Dividendenzahlungen hoffen lassen würden, müssten Aktionäre aufgrund der Netto-Finanzverbindlichkeiten zum Jahresende in Höhe von rund EUR 76 Mrd. einen Rückgang der Dividende auf EUR 0,60 je Aktie hinnehmen. Den Schuldenstand begründe der Konzern mit Kosten für die 5G-Mobilfunkauktion in Deutschland und finanziellen Lasten aus der angestrebten Fusion mit dem US-Rivalen Sprint.

Vergangenen Dienstag (11.02.2020) habe die Deutsche Telekom eine entscheidende Hürde im US-Kartellrechtsprozess um die Fusion mit dem kleineren Rivalen Sprint genommen. Der zuständige Richter Victor Marrero habe dem USD 26 Mrd. schweren Zusammenschluss von T-Mobile US und Sprint zugestimmt, wie das veröffentlichte Urteil habe verlauten lassen. Nach aktuellen Verträgen würde die Deutsche Telekom durch einen Aktientausch 42% der Aktien am gemeinsamen Unternehmen bei 67% der Stimmrechte erhalten. Die Fusion sei allerdings noch nicht abgeschlossen. Während die richterliche Zustimmung zum "Tunney Act" (ein 1974 verabschiedetes kartellrechtliches Verfahrens- und Strafgesetz, das Bundesgerichte verpflichte, jede Konsensvereinbarung in zivilen Kartellprozessen, die vom DOJ eingereicht würden, zu überprüfen und sicherzustellen, dass der in der Zustimmung vorgeschlagene Rechtsbehelf im öffentlichen Interesse liege) als nahezu gesichert angesehen werde, stehe noch die Zustimmung der Aufsichtsbehörde für öffentliche Versorgungsunternehmen in Kalifornien, der CPUC, aus.

Laut Timotheus Höttges, dem CEO der Deutschen Telekom, wäre eine Fusion des Konzerns mit Sprint "die größte Fusion eines deutschen Unternehmens in den USA jemals". Aus der Fusion erhoffe sich die Deutsche Telekom Synergien im Wert von EUR 43 Mrd. Dem "Handelsblatt" zufolge brächte es der Konzern nach einer Fusion auf 140 Millionen Kunden und einen Börsenwert von USD 120 Mrd. Neben der Chance, die eine Fusion den beiden Rivalen biete, müsste T-Mobile US den US-Rivalen samt Schulden übernehmen. Neben den ohnehin hohen Netto-Finanzverbindlichkeiten und den Integrationskosten, die eine Fusion mit sich bringen würde, könnten die zusätzlich übernommenen Schulden weiter auf den Gewinn je Aktie und somit die Dividendenzahlungen drücken.

Der Ausbau des 5G-Netzes bleibe für die Deutsche Telekom ein wichtiges Thema. Alleine in Deutschland hätten die Investitionskosten laut Höttges EUR 5,5 Mrd. betragen. Das Umsatzwachstum im Heimatmarkt sei 2019 allerdings mit 0,9% auf EUR 21,9 Mrd. moderat ausgefallen.

Aufgrund der Spionage-Vorwürfe seitens der USA würden zudem aktuelle Sicherheitsbedenken gegenüber Huawei eine Herausforderung für den weiteren Netzausbau darstellen. Washington habe den Verbündeten mitgeteilt, dass die Ausrüstung des Unternehmens von China als Spionagewerkzeug benutzt werden könnte - eine Behauptung, die von Huawei und Peking zurückgewiesen worden sei. Im Dezember 2019 habe die Deutsche Telekom bekannt gegeben, dass sie keine Verträge über 5G-Netzwerkausrüstungen abschließen werde, da sie auf eine politische Einigung über die Beschränkung des Marktzugangs von Huawei zum deutschen Markt warte. Vor der Aussetzung weiterer Gespräche sei nach Meldung von Reuters über die Lieferung von 70% der Funkübertragungsausrüstung des geplanten 5G-Netzes der Deutschen Telekom zu einem Preis von EUR 533 Mio. verhandelt worden. Im 5G-Netzausbau arbeite die Deutsche Telekom hingegen auch mit den Ausrüstern Ericsson und Nokia zusammen.

Seitdem vergangenen Dienstag dem Zusammenschluss der T-Mobile US und Sprint zugestimmt worden sei, sei der Aktienkurs der Deutschen Telekom am 20. Februar auf ein neues 52-Wochen-Hoch von EUR 16,72 gestiegen. Die Kursrally biete dem Konzern potenziell die Möglichkeit den Deal über die Fusion mit Sprint nachzuverhandeln. Dies würde geprüft, so Höttges.

Die Aktie der Deutschen Telekom AG werde aktuell bei EUR 16,64 (20.02.2020) gehandelt. Das Jahreshoch habe bei EUR 16,72 (20.02.2020) gelegen, das Jahrestief bei EUR 14,29 (21.02.2019). Bei Bloomberg würden 16 Analysten die Aktie auf "buy", acht auf "hold" und drei auf "sell" setzen.

Eine Investmentidee sei zum Beispiel die 4,00% Aktienanleihe mit Barriere (ISIN DE000VE7KYU0 / WKN VE7KYU) auf die Deutsche Telekom-Aktie. Der Basispreis betrage 100,00%, die Barriere 85,00%. Der aktuelle Verkaufspreis belaufe sich auf 100,00%. Die Laufzeit ende am 19.03.2021. (Stand: 25.02.2020)

Da der weitere Kursverlauf der Aktie von einer Vielzahl konzernpolitischen, branchenspezifischen und ökonomischen Faktoren abhängig sei, sollten Anleger das Risiko bei ihren Investmententscheidungen berücksichtigen. Entwicklungen könnten jederzeit anders verlaufen, als Anleger es erwarten würden, wodurch Verluste entstehen könnten. (Ausgabe Februar 2020) (26.02.2020/alc/a/a)
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